Mitarbeiter vor israelischem Gericht - Kein Zusammenhang mit Hilfsarbeit

Berlin/Jerusalem, 17. Mai 2007. Seit dem 17. Mai steht ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Israel vor Gericht. Ihm werden "Kontakt mit einem ausländischen Agenten" und "Verschwörung, um ein Verbrechen zu begehen" vorgeworfen. Der nationale Mitarbeiter Mossaab Bashir war am 19. April nach einem Arbeitstreffen in Jerusalem festgenommen worden. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stehen in keinem Zusammenhang mit seiner Arbeit für Ärzte ohne Grenzen. Das Verfahren gegen Bashir hat gerade begonnen. Bis zu einem Richterspruch gilt die Unschuldsvermutung. Ärzte ohne Grenzen wird die Entwicklung des Falles sorgfältig beobachten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1989 im Gazastreifen und der Westbank und hat die Sicherheitsregeln und -vorschriften der israelischen Verteidigungsarmee (IDF) hinsichtlich der Bewegungen von Mitarbeitern immer gewissenhaft eingehalten. Auch Mossaab Bashir besaß alle erforderlichen Genehmigungen der IDF für einen Aufenthalt in Jerusalem und hatte alle militärischen Checkpoints passiert.

Die Palästinensischen Autonomiegebiete sind eine besonders von Gewalt betroffene Konfliktregion, in der die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung steigen. Die Einstellung internationaler Hilfe und die Blockade des Gazastreifens machen humanitäre Hilfe umso wichtiger.

In einem Kontext extremer Politisierung und Radikalisierung von Gewalt achtet Ärzte ohne Grenzen besonders auf die Neutralität und Unparteilichkeit der humanitären Arbeit. Nach den Vorwürfen gegen Mossaab Bashir ist die Organisation um die Wahrnehmung der Rolle humanitärer Arbeit besorgt. Der Zugang zur Zivilbevölkerung könnte noch schwerer werden und die Unsicherheit, unter der Hilfsmitarbeiter in den Palästinensischen Autonomiegebieten und in Israel arbeiten weiter steigen.

Weitere Informationen: Pressestelle, Svenja Kühnel, Christiane Löll, Tel.: 030-22 33 77 00