Mitarbeiter seit 14 Monaten im Kaukasus entführt: Ärzte ohne Grenzen ruft EU-Präsident Berlusconi auf, Druck auf Russlands Präsidenten auszuüben

Rom/Berlin, 5. November 2003. Anlässlich des EU-Russland-Gipfels in Rom fordert die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen den EU-Präsidenten Berlusconi auf, sich beim russischen Präsidenten Putin für die Freilassung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel einzusetzen. Der Niederländer wurde am 12. August 2002 in der russischen Republik Dagestan entführt.

Ende Juli 2003 hatte Ärzte ohne Grenzen ein Lebenszeichen von Arjan Erkel erhalten. Dies bestätigte auch der russische Außenminister Igor Ivanov anlässlich eines offiziellen Besuchs am 13. Oktober in der Schweiz. Ivanov betonte, Russland würde alles in seiner Macht Stehende unternehmen, um die Freilassung von Arjan Erkel zu erwirken. Trotz dieser Zusage bleibt der Fall nach wie vor ungelöst.

"Arjan Erkel ist Bürger der Europäischen Union. Es ist unerträglich, dass er seit 14 Monaten in Gefangenschaft ist. Wir fordern alle EU-Mitglieder und insbesondere den EU-Präsidenten Silvio Berlusconi dringend auf, den russischen Präsidenten Vladimir Putin an seine Verantwortung für die Freilassung Arjan Erkels zu erinnern", sagte Morten Rostrup, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen.

Seit der Entführung hat das Europäische Parlament Russland zweimal aufgefordert, sich stärker für die Suche und Freilassung von Arjan Erkel zu engagieren. Nach einer ersten Resolution im Januar 2003 hat das Europäische Parlament den Fall Erkel in einer Plenarversammlung am 3. Juli dieses Jahres erneut aufgegriffen.

Im August 2003 wurde im UN-Sicherheitsrat die Resolution 1502 über die Sicherheit von Mitarbeitern humanitärer Organisationen einstimmig verabschiedet. Darin wird an die Verantwortung der Gastländer erinnert.

Arjan Erkel ist heute der einzige ausländische Mitarbeiter einer humanitären Organisation, der im Kaukasus gefangen ist. Seit über zehn Jahren ist die Region Schauplatz ständiger Konflikte. Doch die unsichere Lage erlaubt es humanitären Organisationen nicht mehr, wirkungsvolle Hilfe für Tausende von Not leidenden Menschen zu leisten.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00