Angola

Minenunfall in Angola - Explosion fordert sieben Tote und sechs Verletzte

Berlin, 2. Dezember 2002. In der südöstlichen angolanischen Provinz Cuando Cubango hat sich am vergangenen Freitag ein tragischer Minenunfall ereignet. Sieben Menschen starben und sechs weitere wurden schwer verletzt, als ein Fahrzeug der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen über eine Anti-Panzermine fuhr. Der Unfall ereignete sich gegen 17 Uhr in der Nähe der Stadt Mavinga.

Insgesamt arbeiten derzeit rund 150 internationale und 2.800 nationale Mitarbeiter in zwölf der 18 Provinzen Angolas.

Ärzte ohne Grenzen hat die Aktivitäten in der Region Mavinga vorübergehend eingeschränkt. Die Teams vor Ort und ihre Familien werden psychologisch unterstützt.

Kurz nach dem Unfall wurde in der Nähe eine zweite Anti-Panzermine entdeckt. Mit Hilfe einer Minenräum-Organisationen überführte Ärzte ohne Grenzen die Toten und evakuierte die Verwundeten und Überlebenden nach Mavinga. Die Verletzten wurden dort im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen behandelt und am nächsten Tag in einem Flugzeug des Welternährungsprogramms (WFP) nach Luanda gebracht.

Insgesamt befanden sich in dem verunglückten Auto 13 Personen, unter ihnen zwei Kinder. Sieben Menschen starben, darunter vier angolanische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und zwei Vertreter des Gesundheitsministeriums aus Mavinga sowie ein Kind. Mit Ausnahme des Kindes gehörten alle Insassen zum medizinischen Personal, das bei der Impfkampagne mitgearbeitet hatte.

"Wir sind schockiert und sehr traurig. Die Mitarbeiter, die bei diesem Unfall umgekommen sind, haben sich dafür eingesetzt, das Leid der angolanischen Bevölkerung zu mildern. Tragischerweise sind sie nun selbst Opfer ihres Engagements geworden," sagte Thomas Nierle, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen. "All unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien."

Das Auto, das die Detonation auslöste, wurde von einem weiteren Fahrzeug von Ärzte ohne Grenzen begleitet. Die Insassen befanden sich nach einer Impf-Kampagne auf dem Rückweg von Cunjamba nach Mavinga. Zudem wurden mehrere Patienten transportiert, um sie ins Krankenhaus nach Mavinga zu bringen. Morgens hatten die Fahrzeuge dieselbe Straße ohne Vorkommnisse benutzt. Etwa 36 km vor Mavinga fuhr der Wagen über eine Anti-Panzermine und explodierte.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel: 030-22 33 77 00