Südafrika

Lizenzen freigegeben - Einigung zwischen Pharmafirmen und HIV/Aids Betroffenen

Die Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und Glaxo Smith Kline haben sich bereit erklärt, Lizenzen für die drei derzeit wichtigsten Anti-Aidsmedikamente an Produzenten von Nachahmerprodukten zu vergeben. Damit wurde eine Auseinandersetzung zwischen den Pharmafirmen und der südafrikanischen Aktivistengruppe Treatment Action Campaign (TAC) außergerichtlich beigelegt.

"Die Einigung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, der vielen an HIV/Aids Erkrankten das Leben retten kann", erklärte Tobias Luppe von Ärzte ohne Grenzen. Der Organisation zufolge werden die Preise für die lebensverlängernde Aids-Therapie dank des Wettbewerbs zwischen Generikaherstellern in den nächsten Monaten erheblich sinken. Die Einigung sieht vor, dass günstige Nachahmer-Produkte ins gesamte südliche Afrika exportiert werden dürfen. Gleiches gilt für die so genannten Kombinationspräparate, die alle notwendigen Wirkstoffe in einer Tablette vereinen und die Aids-Therapie erheblich vereinfachen.

Ärzte ohne Grenzen ruft nun vor allem die südafrikanische Regierung auf, die Preisreduzierungen zu nutzen und die Aids-Medikamente der Bevölkerung umgehend zugänglich zu machen. Derzeit sterben allein in Südafrika täglich mehr als 600 Menschen an den Folgen von Aids.