Liberia

Liberia: Tausende Menschen durch Kämpfe im Norden des Landes vertrieben - Ärzte ohne Grenzen entsendet Hilfsgüter für Nothilfeeinsatz

Berlin, 21. Mai 2001. Tausende Liberianer sind in den vergangenen zwei Wochen aus der nördlichen Region Lofa vor anhaltenden Kämpfen geflohen. Die Menschen suchen entweder in der Region Gbarnga, im Zentrum des Landes, oder im Südwesten der Lofa-Region, in Jenne Manna, Zuflucht. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat Hilfsgüter in die Region geflogen, um die Vertriebenen medizinisch zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen verstärkt die Aktivitäten in dieser Region Liberias, um die Vertriebenen zu versorgen. Die Organisation befürchtet zudem weitere Bevölkerungsbewegungen. Ein Transportflugzeug mit 30 Tonnen medizinischen und logistischen Materials wurde bereits nach Liberia entsandt. Die medizinischen Teams vor Ort versorgen die Vertriebenen um Gbarnga und Jenne Manna.

Hunderte von Menschen werden noch immer an der Saint-Paul-Brücke nahe Gbarnga festgehalten. Obwohl bereits letzte Woche die Genehmigung erteilt wurde, dass die Vertriebenen die Brücke überqueren dürfen, können bislang nur Frauen, Kinder und Ältere unter Aufsicht liberianischer Soldaten die Brücke passieren.

Die meisten der 10.000 Vertriebenen, die in Gbarnga angekommen sind, sind körperlich sehr geschwächt, einige leiden an Durchfall. Nachdem sie ihre Dörfer vor drei Wochen verlassen haben, mussten sie mehrere Tage durch den Wald nach Gbarnga laufen.

Augenzeugenberichten zufolge gab es in den vergangenen Monaten in der nördlichen Region Lofa immer wieder Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und Regierungstruppen. Die Region, in der ursprünglich etwa 50.000 Menschen lebten, ist derzeit für Hilfsorganisationen völlig unzugänglich. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das zum letzten Mal Mitte Januar Zugang zu Lofa hatte, beschrieb die Situation bereits damals als kritisch. Viele Menschen seien in die Wälder geflohen, um sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen. Die Hospitäler in Foya, Kolahun und Voinjama waren zerstört oder teilweise niedergebrannt worden.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Beate Wagner, Tel.: 030-22 33 77 00