Liberia

Liberia: Ärzte ohne Grenzen verstärkt Aktivitäten und schickt 63 Tonnen Hilfsgüter nach Monrovia

Monrovia/Berlin, 26. August 2003. In Liberia haben Hunderttausende Vertriebene noch immer keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Nahrungsmitteln und Wasser. Ärzte ohne Grenzen weitet daher seine Aktivitäten aus und erkundet nun auch vermehrt Gebiete, die seit dem Ausbruch der Kämpfe in dem westafrikanischen Land für humanitäre Hilfe nicht mehr zugänglich waren.

Zur Zeit arbeiten 30 internationale und 300 liberianische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Liberia.

In der vergangenen Woche eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine mobile Krankenstation in Tubmanburg (Bomi County) und führt seither täglich über 250 Konsultationen durch. Die Bevölkerung und die rund 15.000 Vertriebenen waren seit Beginn der Kampfhandlungen von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten. Darüber hinaus leistet Ärzte ohne Grenzen Hilfe in drei Vertriebenenlagern in Bong County. Erst in den vergangenen Tagen kamen dort viele neue Vertriebene an, die vor Kämpfen an der nur 45 Kilometer entfernten Frontlinie geflohen waren. Inzwischen sind dort 60.000 Menschen untergebracht.

Ärzte ohne Grenzen leistet inzwischen in zwei Notkliniken und dem Redemption Hospital, in neun Gesundheitszentren und drei Cholerastationen Hilfe. Die Mitarbeiter bringen pro Tag 200.000 Liter Wasser für die Bevölkerung und die Vertriebenen in die Stadt. Zudem betreuen die Teams zwei Gesundheitszentren in den Vertriebenenlagern in Montserrado County.

Ärzte ohne Grenzen hat 63 Tonnen Hilfsgüter nach Monrovia geschickt, die heute dort angekommen sind. Es handelt sich dabei um logistisches und medizinisches Material sowie um Nahrungsmittel, die in den von der Organisation betreuten medizinischen Einrichtungen benötigt werden.

"In den vergangenen zwei Wochen haben wir unsere Hilfe für Liberia verstärkt. In Monrovia konnten wir neue Krankenstationen eröffnen und auch Krankenhäuser wieder in Betrieb nehmen", sagt die Ärztin Mercedes Tatay. "Zudem haben wir verschiedene Erkundungen durchgeführt, und zwar sowohl in der Hauptstadt als auch in Landesteilen, die seit Beginn der Kämpfe von jeglicher humanitären Hilfe abgeschnitten waren."

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Gaby Frank, Tel.: 030-22 33 77 00