Liberia

Liberia: Ärzte ohne Grenzen bleibt mit zwei Teams in Monrovia - Erneutes Aufflammen der Kämpfe bedroht Zivilbevölkerung

Monrovia/Berlin, 27. Juni 2003. Trotz des erneuten Ausbruchs der Kämpfe in der liberianischen Hauptstadt Monrovia ist Ärzte ohne Grenzen weiterhin mit zwei Teams vor Ort und leistet chirurgische und allgemein-medizinische Hilfe für die Zivilbevölkerung. Neun internationale und rund 100 nationale Mitarbeiter versorgen die Vertriebenen, die im Stadion von Monrovia sowie in den Lagern nordöstlich der Stadt Zuflucht gesucht haben. Ärzte ohne Grenzen fordert alle Konfliktparteien dazu auf, die Rechte der Zivilbevölkerung und die Arbeit der humanitären Helfer entsprechend der Genfer Konventionen zu respektieren.

Ärzte ohne Grenzen wird die Teams in Liberia erneut verstärken, sobald dies die Sicherheitslage wieder zulässt.

Erst einen Tag zuvor, am 24. Juni, hatte Ärzte ohne Grenzen bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit alle Patienten aus dem Redemption-Krankenhaus evakuieren müssen. Die Organisation hatte dort eine Cholera-Isolierstation eingerichtet. Zudem hatten die Mitarbeiter ein Ernährungszentrum für schwer unterernährte Kinder betreut. Neben dem JFK-Hospital war das Redemption-Krankenhaus die einzige medizinische Anlaufstelle für die Zivilbevölkerung.

Am gleichen Tag konnten die Teams von Ärzte ohne Grenzen sowie vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) rund 70 Patienten, die dringend operiert werden mussten, in das JFK-Hospital bringen. Das IKRK betreut in dieser Klinik weiterhin eine chirurgische Station.

Am 25. Juni wurden 200 Menschen, deren Verletzungen vor allem durch Querschläger verursacht wurden, in den beiden provisorisch eingerichteten Gesundheitszentren im Stadtteil Mamba Point aufgenommen.

In den Vertriebenenlagern nordöstlich von Monrovia sind derzeit fast 60.000 Menschen untergebracht. Sie werden von Ärzte ohne Grenzen medizinisch versorgt. Außerdem haben die Teams eine Cholera-Isolierstation im Stadion von Monrovia eingerichtet, wo rund 15.000 Vertriebene leben. Damit versuchen sie, die in der Hauptstadt ausgebrochene Cholera-Epidemie einzudämmen. Am Donnerstag konnten die Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen allerdings nicht zum Stadion durchdringen, um dringend benötigte Medikamente dorthin zu bringen.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00