Konferenz in Berlin: Ärzte ohne Grenzen fordert strikte Trennung von Militäreinsätzen und humanitärer Hilfe

Berlin, 25. April 2013. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen appelliert anlässlich der Konferenz "20 Jahre deutsche Außenpolitik aus humanitärer Sicht" in Berlin an die deutschen Politiker, humanitäre Hilfe nicht länger als Bestandteil oder zur Rechtfertigung von Militäreinsätzen wie in Afghanistan oder Mali zu missbrauchen.

"Humanitäre Hilfe wird immer wieder von der Politik instrumentalisiert - das gefährdet unsere Mitarbeiter und schadet den Hilfsbedürftigen in Konfliktgebieten. Wenn wir als verlängerter Arm einer Interventionsmacht gesehen werden, steigt das Risiko für unsere Mitarbeiter und Patienten und wir können oft aus Sicherheitsgründen nicht in bestimmten Gebieten arbeiten", erklärt Frank Dörner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, im Vorfeld der Konferenz. "Mit der Veranstaltung wollen wir auf diese Gefahr hinweisen und mit Politikern, Militärs und anderen Hilfsorganisationen über das Verhältnis von Politik und humanitärer Hilfe diskutieren."

Die von Ärzte ohne Grenzen organisierte Konferenz findet heute ab 15 Uhr im Roten Rathaus in Berlin statt. Teilnehmer sind unter anderem die Politiker Ruprecht Polenz (CDU), Gernot Erler (SPD) und Daniel Cohn-Bendit (Bündnis 90/Die Grünen), der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr General Wolfgang Schneiderhan sowie der US-Botschafter a.D. John Kornblum.

Nähere Informationen zum Programm und einen Livestream der Konferenz.

Interviews mit dem Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Frank Dörner oder mit dem Präsidenten Tankred Stöbe sind möglich.