Kolumbien

Kolumbien: Mehr als 10.000 Menschen gegen Masern geimpft - Besorgnis über fehlendes Malariamedikament

Bogotá/Berlin, 20. März 2002. Die internationale medizinische Organisation Ärzte ohne Grenzen hat im Norden Kolumbiens mehr als 10.000 Kinder und Erwachsene bis 35 Jahre gegen Masern geimpft. Die zweiwöchige Impfaktion im Bezirk Santa Marta im Department Magdalena, die bis zum 23. März dauert, soll verhindern, dass sich die Krankheit epidemisch ausbreitet. Bisher sind in Nueva Granada im selben Department vier Masernfälle bestätigt worden.

Darüber hinaus ist Ärzte ohne Grenzen im Department Nariño über fehlende Malaria-Medikamente besorgt. Seit einem Jahr herrscht dort in zehn Gemeinden an der Pazifikküste eine Malariaepidemie. 2001 erkrankten mehr als 30.000 Menschen, 24 von ihnen starben. Seit Beginn diesen Jahres forderte die Malaria sieben Todesopfer. Da Patienten, die mit Chloroquin behandelt wurden, Resistenzen zeigten, wird dringend das Medikament Amodiaquin benötigt, um die Betroffenen wirksam zu therapieren. Dieses ist in Nariño jedoch nicht verfügbar. Seit 1985 betreut Ärzte ohne Grenzen verschiedene Projekte in Kolumbien, u.a. in den Bereichen medizinische Grundversorgung, Prävention, Mutter-Kind-Versorgung, Impfkampagnen, sowie Wasser-Sanitärversorgung.

Auf Bitte des kolumbianischen Gesundheitsministeriums unterstützen zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen mit jeweils einem Arzt, drei Pflegekräften und zwei Logistikern die Impfkampagne in den insgesamt 28 Gemeinden des Bezirks Santa Marta. Teilweise sind die Menschen, die in den ländlichen Regionen sehr weit von einander entfernt leben, in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der lokalen Gesundheitsdienste geimpft worden.

"Unser Ziel ist es, alle Menschen bis 35 Jahre zu impfen, weil die letzten Masernepidemien in Lateinamerika neben den Kindern vor allem die Altersgruppe der jungen Erwachsenen betroffen haben", sagt Carlos Ayala, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Auch in Nueva Granada ist eine der Erkrankten eine 28-jährige Mutter, deren Kind ebenfalls an Masern leidet." Masern gehört in ärmeren Ländern zu den Haupttodesursachen im Kindesalter, weltweit sterben jährlich mehr als eine Million Kinder an der Krankheit.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle,
Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00