Tschad

Kämpfe im Tschad: Ärzte ohne Grenzen leistet chirurgische Hilfe für Verwundete

Berlin/Brüssel/N'Djamena, 14. April 2006. Nachdem die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen im Tschad am Donnerstag die Hautstadt N'Djamena erreicht haben, hat die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen damit begonnen, Hilfe für die Verwundeten zu leisten. Chirurgische Teams haben die Versorgung von mehr als 60 Verletzten im staatlichen Krankenhaus von N'Djamena (Hôpital Général de Référence National) unterstützt.

Sobald die Sicherheitslage es zuließ, erreichte ein Team von Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag Vormittag das Krankenhaus. Ein Chirurg, eine Krankenschwester, ein Logistiker sowie ein weiterer Arzt unterstützen seitdem das dortige Personal. Sie brachten zudem dringend benötigte Hilfsgüter wie Infusionen, Verbandszeug sowie Material zur chirurgischen Versorgung von 150 Verwundeten und zur Durchführung von Amputationen in das Krankenhaus.

Die Kämpfe haben eine große Anzahl von Opfern gefordert, genaue Schätzungen liegen jedoch noch nicht vor. Im Verlauf des Donnerstags haben Fahrzeuge des Internationalen Roten Halbmonds, des Internationalen Roten Kreuzes sowie von Ärzte ohne Grenzen Verwundete in das Krankenhaus gebracht. Bis Freitag Mittag wurden 64 Zivilisten in das Hôpital Général de Référence National eingeliefert. Weitere 45 Verletzte wurden in das Hôpital de la Liberté gebracht, das von Ärzte ohne Grenzen mit medizinischem Material unterstützt wird.

"Ich war schockiert, als ich die Schwere der Verletzungen sah", sagte Pierre Gielis, ein erfahrener Chirurg von Ärzte ohne Grenzen. "Die Menschen kamen mit zerfetzten Gliedmaßen und sehr großen offenen Wunden, und wir mussten einige Amputationen durchführen." Die meisten der Verletzten sind sehr jung, unter den Patienten befand sich sogar ein dreijähriger Junge.

Ein zweites chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen ist am Donnerstag in N’Djamena eingetroffen. Dies gewährleistet die chirurgische Versorgung der Verletzten rund um die Uhr. Ein weiteres Team hält sich für die sofortige Ausreise in den Tschad bereit, sollte dies notwendig werden.

Weitere Informationen: Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00