Internationaler Appell für die Freilassung des seit sieben Monaten entführten Arjan Erkel - Russische Behörden übernehmen ihre Verantwortung nicht

Berlin, 7. März 2003. Die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen ist bestürzt darüber, dass sich die russischen und dagestanischen Behörden im Fall des entführten Niederländers Arjan Erkel weiterhin unwillig zeigen, den Fall zu lösen. Erkel wurde vor sieben Monaten in der dagestanischen Hauptstadt Makhachkala von drei unbekannten bewaffneten Männern entführt. Am 9. März wird Erkel 33 Jahre alt.

Die Ermittlungen im Fall des entführten Arjan Erkel werden von den Behörden der Russischen Föderation geleitet. Diese haben in den vergangenen Monaten keine Informationen an Ärzte ohne Grenzen darüber weitergeleitet, wer die Täter sind noch welche Motive der Tat zugrunde liegen. Es hat bislang auch kein Lebenszeichen von Erkel gegeben. Alle Versuche von Ärzte ohne Grenzen, in dieser Angelegenheit mit Präsident Putin direkt zu sprechen, sind bislang abgelehnt worden.

Ärzte ohne Grenzen hat inzwischen eine weltweite Online-Unterschriftenkampagne für die Freilassung von Arjan Erkel organisiert. Mehr als 150.000 Menschen haben diese Petition weltweit bereits unterstützt. Alle Unterschriften sollen an den russischen Präsidenten Putin sowie an den dagestanischen Staatsratspräsidenten Magomedov übergeben werden. Zudem finden am 10. März anlässlich des 33. Geburtstages von Arjan Erkel weltweit Aktionen statt, um auf sein Schicksal aufmerksam zu machen.

"Bisher haben die russischen Behörden nicht den notwendigen politischen Willen gezeigt, um den Fall zu lösen", sagte der Präsident des internationalen Rats von Ärzte ohne Grenzen, Morten Rostrup. "Wir fordern sie daher auf, die sofortige Freilassung von Arjan Erkel sicherzustellen und ihrer Verantwortung für die Sicherheit von Zivilisten und humanitären Helfern auf ihrem Territorium gerecht zu werden", so Rostrup weiter.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Tel.: 030-22 33 77 00