Indonesien

Indonesien/Sumatra: Team von Ärzte ohne Grenzen startet nach Seebeben Hilfe in Provinz Aceh

Berlin/Brüssel, 29. Dezember 2004. Nach dem verheerenden Seebeben in Südasien leistet ein Team der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in der Provinz Aceh in Indonesien medizinische Hilfe. Acht Mitarbeiter haben in einem Lager für obdachlos gewordene Menschen ein Gesundheitszentrum eingerichtet. Die Bevölkerung hat bislang keinerlei humanitäre Hilfe erhalten, seit das gewaltige Beben die Region am zweiten Weihnachtstag erschütterte.

"Als wir in der Stadt Banda Aceh im Norden Sumatras eintrafen, fanden wir die halbe Stadt zerstört vor", sagte Sabine Rens, Projektleiterin für Ärzte ohne Grenzen in Indonesien. "Obdachlos gewordene Menschen haben Zuflucht in drei Lagern gesucht." Die Organisation leistet derzeit medizinische Hilfe in dem Gesundheitszentrum in einem der Lager und unterstützt außerdem ein Krankenhaus.

"Aceh ist ohne Zweifel eine der Regionen, die am meisten von den Folgen des Seebebens betroffen sind", sagte Jan Weuts von Ärzte ohne Grenzen. Weuts koordiniert den Einsatz in Indonesien von Brüssel aus. Das Epizentrum des Bebens liegt weniger als 250 Kilometer entfernt von der Stadt Banda Aceh, eine Reihe von starken Nachbeben erschütterte die Region in weniger als 100 Kilometer Entfernung. "Es ist enorm wichtig, dass wir den Menschen so schnell wie möglich helfen. Das heißt, wir müssen umgehend Medikamente, medizinische Hilfsmittel und Materialien zur Aufbereitung von Trinkwasser und Sanitäranlagen in die Region schaffen", sagte Weuts.

Zusammen mit dem Team sind bereits sechs Tonnen medizinischer Hilfsgüter in Banda Aceh eingetroffen. Ein Flugzeug mit weiteren 32 Tonnen Hilfsmaterial ist in den Norden Sumatras unterwegs. Am Mittwoch soll ein zweites Flugzeug mit weiteren 22 Tonnen Ausrüstung für Sanitäranlagen und Aufbereitung von Trinkwasser in Richtung Indonesien starten.

Darüber hinaus werden Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen mit einem Helikopter den Norden Sumatras erkunden und sich einen Überblick verschaffen, wie und wo der Bevölkerung geholfen werden muss. Weitere sieben internationale Mitarbeiter sind bereits in Jakarta eingetroffen und machen sich auf den Weg nach Aceh. Ärzte ohne Grenzen geht davon aus, dass dieser Einsatz mindestens zwei Millionen Euro kosten wird.

Weitere Informationen: Pressestelle Christiane Löll, Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00