Äthiopien

Hunger im Süden Äthiopiens: Tausende Kinder leiden an akuter Unterernährung

Addis Abeba/Berlin, 15. Mai. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat im Damot Gale Distrikt im Süden Äthiopiens ein Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder gestartet. Eine Studie der Organisation ergab, dass 3.000 bis 4.000 Kinder dort an akuter Mangelernährung leiden. Ärzte ohne Grenzen ruft die verantwortlichen Behörden und Organisationen dazu auf, mit einer schnellen Verteilung von Nahrungsmitteln auf die alarmierende Situation zu reagieren.

Ärzte ohne Grenzen hatte bereits im Jahr 2000 auf eine ähnliche Notsituation im Damot Gale Distrikt reagiert. Der Distrikt ist regelmäßig von Nahrungsmittelkrisen betroffen. Die Gründe hierfür sind die hohe Bevölkerungsdichte (602 Menschen/km2), eine kaum entwickelte Landwirtschaft und ein schlecht funktionierendes Frühwarnsystem. In diesem Jahr trugen außerdem unregelmäßige Regenfälle zur Verschlimmerung der Situation bei.

"Die verantwortlichen Behörden und Organisationen müssen dringend mit einer umfassenden Nahrungsmittelverteilung beginnen, um eine Verschlechterung der Lage bis zur nächsten Ernte zu verhindern", sagte Laurent Ligozat von Ärzte ohne Grenzen. Der Organisation zufolge haben die Behörden versprochen, mehr Menschen als bisher Nahrungsmittelhilfe zukommen zu lassen. Dabei stützen sie sich auf die Untersuchungsergebnisse der Studie. "Wir werden die Situation im Auge behalten und beobachten, ob die versprochenen Rationen auch tatsächlich bei den Betroffenen ankommen", so Ligozat.

Mit einem Team von 250 Mitarbeitern hat Ärzte ohne Grenzen in den Orten Boditi und Buge zwei Ernährungszentren eröffnet, in denen bereits 250 schwer unterernährte Kinder versorgt und zusätzlich medizinisch behandelt werden. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter hochproteinreiche Nahrungsmittel für 22.000 Kinder verteilen und ein weiteres Ernährungszentrum einrichten, um dort mäßig unterernährte Kinder zu betreuen.

Die von Ärzte ohne Grenzen vom 7. bis 15. April 2003 durchgeführte Studie zeigt den kritischen Ernährungszustand von Kindern unter fünf Jahren im Damot Gale Distrikt. Rund 4.000 Kinder leiden an akuter Mangelernährung und müssen dringend ernährt und medizinisch betreut werden. Der Studie zufolge sind 27, 5 Prozent der Untersuchten akut unterernährt, 8,2 Prozent sind schwer unterernährt.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00