Haiti

Haiti: Ärzte ohne Grenzen schickt Hilfsgüter und behandelt Verletzte

Berlin, 13. Februar 2004. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schickt am Freitag 16 Tonnen medizinische Hilfsgüter in die Hauptstadt Haitis, Port-au-Prince. Die Hilfslieferung enthält in erster Linie chirurgisches Material sowie Verbandszeug, um die Opfer der anhaltenden Unruhen zu versorgen. Seit Dezember 2003 kommt es in Haiti zu Massendemonstrationen und gewalttätigen Zusammenstößen.

Ärzte ohne Grenzen ist besonders besorgt darüber, dass Verwundete häufig aus finanziellen Gründen nicht behandelt und bereits an der Notaufnahme abgewiesen werden. Darüber hinaus sind die Gesundheitseinrichtungen laut Ärzte ohne Grenzen meist einer der Konfliktparteien zugeordnet und somit nicht neutral. Damit ist die Sicherheit der Patienten und des Personals nicht garantiert.

"Wir setzen uns für die kostenlose Versorgung aller Verwundeten ein - unabhängig von ihren finanziellen Mitteln und ihrer politischen Überzeugung", sagte Philippe Hamel, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Haiti. "Wir tun dies, indem wir -völlig unparteiisch - medizinische Hilfsgüter an verschiedene Krankenhäuser des Landes ausgeben und zusätzliches Personal bereitstellen."

Nach Angaben von Hamel wurden im Saint Nicolas-Krankenhaus in Saint-Marc bisher 14 Verletzte aufgenommen. In den vergangenen Tagen haben seine Mitarbeiter dort medizinisches und chirurgisches Material sowie Medikamente bereit gestellt und garantieren die Versorgung der Patienten rund um die Uhr.

Ein weiteres Team von Ärzte ohne Grenzen, das bisher in Petite Rivière, im Norden des Landes, tätig war, wurde aus Sicherheitsgründen in die Hauptstadt evakuiert.

Zurzeit arbeiten zwölf internationale und 84 nationale Mitarbeiter für Ärzte ohne Grenzen in Haiti in der Hauptstadt Port-au-Prince und in Saint Marc. Am Wochenende werden ein weiterer Chirurg und eine Krankenschwester in Port-au-Prince ankommen.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00