Geberkonferenz zum Globalen Fonds in Paris: Ärzte ohne Grenzen: Geberkonferenz verkommt zur Rednerkonferenz

Paris/Berlin, 16. Juli 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist bestürzt über die Ergebnisse der Geberkonferenz zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Die deutsche Bundesregierung hat auf der Konferenz in Paris keine weiteren Mittel für den akut unterfinanzierten Fonds bereitgestellt. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass der Fonds ohne zusätzliche Mittel seine bisher erfolgreiche Arbeit nicht fortsetzen kann.

"Angesichts der Tatsache, dass täglich 10.000 Menschen an Aids sterben, ist es zynisch, Zusagen für das Jahr 2005 zu machen, wenn der Globale Fonds bereits heute keine Mittel mehr hat, um weitere Projekte zu finanzieren", sagte Tobias Luppe von Ärzte ohne Grenzen. "Die Haltung der Bundesregierung ist beschämend. Die Geberkonferenz wurde zu einer Rednerkonferenz leerer Versprechungen."

Im Vorfeld der Konferenz hatte Ärzte ohne Grenzen die Bundesregierung aufgerufen, noch in diesem Jahr weitere 100 Millionen Euro bereitzustellen, damit die dritte Projektrunde des Fonds finanziert werden kann. Auf der Konferenz in Paris stellte die deutsche Regierung keine weiteren Gelder für die Jahre 2003 und 2004 in Aussicht, sondern berief sich lediglich auf bereits für die Jahre 2005-2007 zugesagte zusätzliche Mittel. Laut Ärzte ohne Grenzen tragen diese Gelder jedoch nicht zur Lösung des akuten Finanzierungsproblems des Fonds bei.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00.