Papua-Neuguinea

Erster Choleraausbruch in Papua-Neuguinea seit 50 Jahren - Ärzte ohne Grenzen leistet Nothilfe

Papua-Neuguinea/Berlin, 16. September 2009. Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Gesundheitsministerium in Papua-Neuguinea bei der Reaktion auf den ersten Choleraausbruch seit 50 Jahren. Die Mitarbeiter behandeln die Patienten in speziell errichteten Cholerabehandlungszentren im Angau-Krankenhaus in Lae, der zweitgrößten Hafenstadt in Papua-Neuguinea. Das Team hat seit Beginn des Ausbruchs Anfang September 90 Patienten behandelt.

"Ärzte ohne Grenzen bietet den Cholerapatienten im Angau-Krankenhaus kostenlose Hilfe an", sagte Steven Cooper, Koordinator für Noteinsätze von Ärzte ohne Grenzen in Papua-Neuguinea. "Wir raten den Patienten mit verdächtigen Symptomen eindringlich, entweder eine der vielen Stellen in der Region aufzusuchen, an denen orales Dehydrationssalz verteilt wird, oder bei schwerer Erkrankung in unser Cholerazentrum zu kommen, in dem sie sofort kostenlose Hilfe erhalten."

"Es ist wichtig, dass die Menschen nicht in Panik geraten", sagte Steven. "Auch wenn Cholera ansteckend ist, ist es vermeidbar und leicht behandelbar. "Menschen wird in verschiedenen neuen Einrichtungen in der Region geholfen, und sie werden über die Auswirkungen der Krankheit aufgeklärt."

Die Symptome der Cholera schließen starkes Übergeben und Durchfall ein, was oft in schwerer Dehydration endet. Die Krankheit ist sehr ansteckend, kann aber vermieden werden, wenn Hygienepraktiken strikt eingehalten werden. Dazu gehört beispielsweise, die Hände zu waschen, die Nahrung angemessen zu kochen und sauberes Wasser zu trinken. Die Behandlung ist einfach: Viele Patienten erhalten orales Dehydrationssalz, ein Mittel, dass die benötigte Menge an Elektrolyten besitzt, um einen Patienten zu rehydrieren. Die schweren Fälle werden mit einem intravenösen Tropf behandelt. Den Menschen geht es meist bereits 24 Stunden nach Beginn der Behandlung besser.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit dem Jahr 2007 in Papua-Neuguinea. Neben dem derzeitigen Noteinsatz bieten die Teams im Angau-Krankenhaus, in der Stadt Lae, kostenlose medizinische und psychologische Hilfe für Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt  an. Ein weiteres Team arbeitet in dem Ort Tari, in dem die Mitarbeiter Unfallhilfe und Chirurgie für Opfer von Gewalt anbieten.

Interviews mit Mitarbeitern vor Ort sind möglich.