Jemen

Erste medizinische Hilfsgüter und ein chirurgisches Team erreichen Aden

Sanaa/Berlin, 8. April 2015. Ein erstes von Ärzte ohne Grenzen organisiertes Boot mit medizinischen Hilfsgütern hat den Hafen von Aden erreicht. Das Boot hat 1,7 Tonnen dringend benötigtes Material für das dortige Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen geladen. Ein chirurgisches Notfallteam der Organisation erreichte die Stadt im Süden Jemens auf einem weiteren Schiff. Mehr Hilfe wird dringend benötigt.

Die Lieferung von Ärzte ohne Grenzen gelangte von Dschibuti aus nach Aden. Die Materialien - wie Narkosemedikamente, Injektionen und Material für chirurgische Eingriffe - werden dringend benötigt, um die vielen Verletzten zu behandeln, die in das Krankenhaus in Aden gebracht werden.

Das chirurgische Notfallteam besteht aus fünf Mitarbeitern. Es erreichte Aden an Bord eines Frachtschiffes des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Das Team wird das bestehende Personal der Notfallchirurgie von Ärzte ohne Grenzen unterstützen.

„Wir sind froh, dass das Material und das Personal sicher angekommen sind. Das Team im Krankenhaus ist erschöpft, und es bestand eine realistische Gefahr von Engpässen bei den medizinischen Materialien“, sagt Marie-Elisabeth Ingres, die Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen im Jemen. „Doch angesichts der anhaltenden Gewalt und der weiterhin hohen Zahl an Verletzten werden sowohl weitere Hilfsgüter als auch mehr Personal benötigt.“

Ärzte ohne Grenzen plant, in den kommenden Tagen ein Charter-Flugzeug mit weiteren medizinischen Hilfsgütern nach Sanaa zu schicken.

Die Notfallchirurgie von Ärzte ohne Grenzen in Aden hat seit der Eskalation der Gewalt am 19. März mehr als 600 Verletzte behandelt.