Iran

Erdbeben im Iran: Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Nothilfe in abgelegenen Bergdörfern

Berlin/Teheran, 1. März 2005. Nach dem Erdbeben im Südiran unterstützt die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung der am stärksten betroffenen Bergdörfer mit medizinischer Versorgung und Hilfsgütern. Die Hilfe richtet sich an rund 3.000 Menschen. Eis und Schnee in der Gebirgsregion drohen den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verschärfen. Das Beben hatte sich vor einer Woche in dem Gebiet um die südiranische Stadt Zarand ereignet.

In Kooperation mit den lokalen Gesundheitsbehörden arbeitet ein Team von Ärzte ohne Grenzen in der Klinik von Hotkan. Das Bergdorf mit rund hundert Familien liegt nahe dem Epizentrum des Erdbebens und wurde fast komplett zerstört. Ein Arzt und eine Krankenschwester behandeln dort seit vergangenem Freitag täglich etwa 50 Patienten. Ein zweites Team, das ebenfalls aus einem Arzt und einer Krankenschwester besteht, fährt von Hotkan aus mit mobilen Kliniken in weitere betroffene Ortschaften. Darunter sind die rund 30 Autominuten entfernten Dörfer Bebgohar und Sarbagh. Außerdem wird Ärzte ohne Grenzen zusammen mit dem Iranischen Roten Halbmond Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilen.

Die für den Einsatz notwendigen Hilfsgüter - zwei Tonnen Medikamente sowie medizinisches und logistisches Material - konnten in kürzester Zeit an den Unglücksort gebracht werden. Sie stammen aus Teheran sowie aus zwei Projekten von Ärzte ohne Grenzen in Mashhad, im Nordosten des Landes, und aus Zahedan, im Südosten. In Mashhad und Zahedan führt Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfsprogramme für afghanische Flüchtlinge durch.

Der Nothilfeeinsatz richtet sich an etwa 3.000 Menschen, die besonders unter den Folgen des Erdbebens leiden, weil ihre Dörfer stark zerstört wurden oder sehr abgelegen sind. Nachdem die Menschen durch das Erdbeben alles verloren haben, leben sie nun unter sehr schwierigen Umständen und bei eisiger Kälte in Zelten.

Nach dem Erdbeben in der Stadt Bam im Dezember 2003 war medizinisches und logistisches Hilfsmaterial in Teheran und den beiden Projektstandorten bereitgestellt worden, um auf weitere Notfälle schnell reagieren zu können.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Christiane Löll, Tel: 030-22337700