Afghanistan

Erdbeben in Afghanistan: Ärzte ohne Grenzen behandelt Hunderte Verletzte

Berlin/Mazar-i-Sharif, 28. März 2002. Nach dem Erdbeben im Nordosten Afghanistans hat die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen seit vergangenem Dienstag rund 600 Verletzte behandelt. In drei Zelten versorgen die Mitarbeiter vor allem Patienten mit Knochenbrüchen und Verbrennungen.

In der Erdbebenregion wurden zunächst Hilfsgüter eingesetzt, die ursprünglich für die schwierige Ernährungssituation im Norden Afghanistans bestimmt waren. Aufgrund der anhaltenden Dürrre und den mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg ist Unterernährung in dieser Region weiterhin ein großes Problem. Ärzte ohne Grenzen unterstützt im Norden 18 Kliniken mit 45.000 Konsultationen monatlich, arbeitet in zahlreichen Vertriebenenlagern und betreut mehr als 4.000 Kinder in speziellen Ernährungszentren.

Die Schwerverletzten werden in das Krankenhaus nach Phul-i-Khumri gebracht. Zur Unterstützung hat Ärzte ohne Grenzen dorthin einen Arzt sowie 200 Notfall-Kits zur Versorgung der Verwundeten entsandt.

In Zusammenarbeit mit vier Ärzten des afghanischen Gesundheitsministeriums sammeln die Teams Verletzte in der Stadt Nahrin ein sowie in einem Umkreis von fünf Kilometern. Zudem hat Ärzte ohne Grenzen damit begonnen, mit mobilen Teams die Situation in den Nachbarregionen zu erkunden. Zusätzlich zu medizinischer Hilfe werden vor allem Unterkünfte, Decken, Nahrungsmittel und Trinkwasser benötigt.

"Die Stadt besteht fast nur noch aus zerstörten Häusern. Die Menschen schlafen vor den Trümmern ihrer Häuser, weil sie Nachbeben fürchten. Außerdem haben sie Angst, dass Plünderer die Situation ausnutzen und in den Trümmern nach wertvollen Gegenständen suchen", sagte Brice de la Vigne, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Nahrin.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle,
Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00