Entführung von Arjan Erkel in Dagestan Europäische Union fordert die Freilassung des Ärzte ohne Grenzen-Mitarbeiters

Moskau/Berlin, 5. Februar 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßt eine Erklärung der Europäischen Union (EU) vom 31. Januar 2003, in der die Freilassung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel gefordert wird. Der Landeskoordinator wurde vor knapp sechs Monaten von unbekannten Bewaffneten in der dagestanischen Hauptstadt Makhachkala entführt und ist bis heute vermisst.

Das Europäische Parlament hat den Fall bereits in seiner Plenarsitzung vom 16. Januar 2003 erörtert und eine Resolution verabschiedet, in der die Russische Regierung aufgefordert wird "mit allen erdenklichen Mitteln die sofortige Freilassung von Arjan Erkel sicherzustellen, einem humanitären Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, der noch immer in der Region festgehalten wird".

In diesem Zusammenhang fordert Ärzte ohne Grenzen die russischen und dagestanischen Behörden erneut dringend dazu auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit Arjan Erkel freigelassen wird und zu seiner Familie zurückkehren kann. Ärzte ohne Grenzen hat nach der Entführung von Arjan Erkel die Aktivitäten in Dagestan ausgesetzt. In Inguschetien hat die Organisation die Projektarbeit inzwischen wieder aufgenommen. In Tschetschenien wird sie in akuten Notfällen tätig.

EU-Mitglieds- und Beitrittsländer sowie die Europäische Freihandelsorganisation (EFTA) erklärten gemeinsam, dass "die Entführung von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen die humanitäre Lage im Nord-Kaukasus nur verschlimmern kann".

Am 31. Januar 2003 wurde von der Europäischen Union in Brüssel in einer öffentlichen Erklärung erneut gefordert, dass Arjan Erkel unverzüglich und unversehrt freigelassen wird. Arjan Erkel war in der Republik Dagestan entführt worden, die im Süden der Russischen Föderation gelegen ist und an Tschetschenien grenzt.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00