Elfenbeinküste

Elfenbeinküste: Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte in Bouaké

Abidjan / Berlin, 5. November 2004. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist sehr beunruhigt über die Folgen der gestrigen Luftangriffe von Regierungstruppen auf Bouaké. Die zweitgrößte Stadt der Elfenbeinküste liegt in der von der Rebellenbewegung kontrollierten Hälfte des Landes. Bei der Militäroffensive wurden viele Zivilisten verletzt.

Am Donnerstag, den 4. November, wurden nach der Bombardierung von Bouaké 39 verletzte Zivilisten in das Krankenhaus der Stadt eingeliefert. Dort unterstützt ein Team von Ärzte ohne Grenzen die allgemeinmedizinische und chirurgische Arbeit. Den Mitarbeitern der Organisation wurde zudem über eine hohe Zahl von Todesfällen berichtet, die sie bisher aber nicht selbst bestätigen können.

Ärzte ohne Grenzen fordert die Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und insbesondere Zivilpersonen zu schützen und die Arbeit medizinischer Einrichtungen zu respektieren.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten im Moment noch an einem weiteren Ort der Elfenbeinküste Nothilfe: Vor drei Tagen brachen im Hauptgefängnis in Abidjan, dem "Maison d’Arrêt et de Correction d’Abidjan", Unruhen aus. Dabei wurden bisher 45 Menschen verletzt und mindestens zehn getötet. Ärzte ohne Grenzen versorgt die Insassen dieses Gefängnisses seit Oktober 2002 mit medizinischer Hilfe. Seit dem Ausbruch der Unruhen ist der Zugang der Mitarbeiter zu den Gefangenen beschränkt. Das dortige Team konnte aber zwölf Schwerverletzte in das Universitätskrankenhaus Yopougon überweisen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 in der Elfenbeinküste. In den dortigen Projekten arbeiten 68 internationale und über 850 nationale Mitarbeiter.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Christiane Löll, Tel.: 030-22 33 77 00