Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Vulkanausbruch nahe Goma treibt Tausende in die Flucht - Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen erkunden Situation vor Ort

Berlin, 18. Januar 2002. Zehntausende Menschen sind seit gestern infolge des Vulkanausbruchs aus der ostkongolesischen Stadt Goma in Richtung Ruanda geflohen. Der Lava-Strom passierte den Flughafen, rollte in das Zentrum der Stadt und ergoss sich schließlich in den See Kivu, an dessen Ufer die Stadt Goma liegt. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen konnten die Stadt rechtzeitig verlassen und haben in der Grenzstadt Gisenyi Zuflucht gesucht.

Ärzte ohne Grenzen betreut seit Jahren verschiedene Programme im Osten der Demokratischen Republik Kongo, u.a. Basisgesundheitsprojekte, Ernährungszentren, Bekämpfung von Epidemien sowie Aids-Projekte. Auch in Ruanda ist die Organisation aktiv.

Die jüngste Katastrophe verschlimmert die ohnehin großen humanitären Probleme der Bevölkerung im Osten der Republik Kongo. Hunger, Vertreibung, Epidemien und mangelnder Zugang zu Gesundheitsversorgung gehören seit Jahren zum Alltag der Menschen in dieser Region. Sicherheitsprobleme verhindern dabei immer wieder, dass humanitäre Organisationen den bedürftigen Menschen beistehen können.

Ärzte ohne Grenzen hat Personal, medizinisches und sanitäres Material von der Hauptstadt Ruandas, Kigali, in die Grenzstadt Gisenyi geschickt, um das Team dort zu unterstützen. Ein weiteres Team wurde entsandt, um die Bedürfnisse der Vertriebenen in Sake festzustellen. Die Teams erkunden die Situation vor Ort und werden je nach Bedarf medizinische Nothilfe leisten.

Es ist noch völlig unklar, wie hoch die Zahl der Opfer ist. Zehntausende Bewohner der Stadt Goma sind über die östlich gelegene Grenze in die ruandische Stadt Gisenyi geflohen, einige Tausend auch in westliche Richtung, in die Stadt Sake. Das Wohnhaus von Ärzte ohne Grenzen und sämtliche Lagervorräte in Goma wurden durch die glühenden Lavamassen zerstört, das Büro der Organisation blieb unversehrt. Aus der Stadt werden erste Plünderungen berichtet.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00