Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Vulkanausbruch in der Demokratischen Republik Kongo - Ärzte ohne Grenzen leistet Hilfe für Flüchtlinge

Berlin, 20. Januar 2002. Die medizinische Organisation Ärzte ohne Grenzen hat im Westen Ruandas und im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Nothilfemaßnahmen gestartet, um den Menschen zu helfen, die durch den Vulkanausbruch vertrieben wurden. Medikamente, Zelte, Wasser- und Sanitärmaterial wurden von der ruandischen Hauptstadt Kigali nach Gisenyi gebracht, wo ein internationales Team die Flüchtlinge versorgt. Ein weiteres Team ist am Wochenende zur Verstärkung in die Region aufgebrochen.

Ärzte ohne Grenzen betreut verschiedene Programme im Osten der Demokratischen Republik Kongo, u.a. Basisgesundheitsprojekte, Ernährungszentren, sowie Aids-Projekte. Auch in Ruanda ist die Organisation tätig und hat beträchtliche Mengen an Hilfsgütern in der Region.

Die jüngste Katastrophe verschlimmert die ohnehin großen humanitären Probleme der Bevölkerung im Osten der Republik Kongo. Bürgerkrieg, Hunger, Vertreibung, Epidemien und mangelnder Zugang zu Gesundheitsversorgung gehören seit Jahren zum Alltag der Menschen in dieser Region. Sicherheitsprobleme verhindern dabei immer wieder, dass humanitäre Organisationen den bedürftigen Menschen beistehen können.

Die Situation vor Ort wird dadurch erschwert, dass die Gegend um den Vulkan Nyira-gongo noch nicht zur Ruhe kommt und weitere Erdstöße gemeldet werden. Die Menschen wissen daher nicht, ob sie in Gisenyi bleiben oder nach Goma zurückkehren sollen.

Zudem wird die Organisation eine Masern-Impfkampagne starten, da bereits zwei Fälle von Masern aufgetreten sind. Masern ist eine der Haupttodesursachen bei Kindern in Flüchtlingslagern. Ein Früherkennungssystem für weitere Epidemien wird außerdem umgehend eingerichtet.

Die Mitarbeiter haben bereits große Wassertanks außerhalb von Gisenyi in Richtung Ruhengeri aufgestellt. Darüber hinaus arbeiten sie in den beiden ehemaligen Flüchtlingslagern nahe Gisenyi, Mudende und Nkamira, wo Zehntausende Menschen untergebracht werden können. Ärzte ohne Grenzen kümmert sich dort um die medizinische Versorgung, um sanitäre Maßnahmen und Wassertanks. Sauberes Trinkwasser und Unterkünfte haben derzeit größte Priorität.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel: 030-22 33 77 00