Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Kämpfe in Nord-Kivu - Ärzte ohne Grenzen muss Hilfe aus Sicherheitsgründen vorübergehend einstellen

Berlin/Kinshasa, 17. Dezember 2004. Kämpfe in der Region Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo haben tausende Menschen in die Flucht getrieben und beeinträchtigen die Arbeit der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Ein Team der Organisation musste die medizinische Hilfe für Vertriebene aus Sicherheitsgründen einstellen und die Stadt Kayna verlassen. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurden mehrfach gezwungen, ihre Fahrzeuge den kämpfenden Truppen zu überlassen, was die Sicherheit der Helfer massiv gefährdet.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Januar 2004 in der Stadt Kayna und unterstützt die Menschen dort mit medizinischer Hilfe und einem Ernährungsprogramm. Zusätzlich leisteten die Mitarbeiter dort seit vergangenem Sonntag Nothilfe für Vertriebene, die vor Kämpfen aus dem rund 17 Kilometer entfernten Ort Kanyabayonga geflohen waren. Fast die gesamte, 35.000 Menschen zählende Bevölkerung wurde in die Flucht getrieben.

Vor dem Rückzug am Mittwoch waren die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen mehrfach gezwungen worden, ihre Fahrzeuge kämpfenden Truppen zu überlassen. Die Nutzung der Fahrzeuge der humanitären Organisation durch Kämpfer gefährdet allerdings die Unabhängigkeit und Neutralität von Ärzte ohne Grenzen. Das Vorgehen der Truppen bedroht massiv die Sicherheit der Helfer und erschwert die Weiterführung der Programme.

Ärzte ohne Grenzen will die Hilfe für die Vertriebenen und Verletzten möglichst schnell und ohne weitere Behinderung wieder aufnehmen. Dazu ist es notwendig, dass die verschiedenen bewaffneten Gruppen die Neutralität humanitärer Hilfe respektieren. Die Menschen brauchen medizinische Hilfe, lebenswichtige Güter und Unterkünfte. Die Organisation arbeitet seit 1981 in dem Land.

Weitere Informationen: Pressestelle , Christiane Löll, Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00