Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Ebola-Ausbruch bestätigt - Ärzte ohne Grenzen verstärkt Teams vor Ort

Kinshasa, 12. September 2007. Nach einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo verstärkt Ärzte ohne Grenzen das Notfallteam vor Ort. Am Abend des 10. Septembers hatte das Gesundheitsministerium des Landes offiziell den Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers in der Provinz West Kasai bestätigt. Labors in Atlanta (USA) und Franceville (Gabun) fanden das hochansteckende Ebola-Virus in Proben. Nicht alle der verdächtigen Todesfälle sind unbedingt auf Ebola zurückzuführen, auch andere Krankheiten wie die Durchfallerkrankung Shigellenruhr werden als Ursache vermutet. Ein Team von Experten reist am Donnerstag nach West Kasai, Spezialmaterial wird noch heute in die Region gesandt. Das gesamte Team wird auf 15 Mitarbeiter anwachsen.

Seit Ende April wurden aus der Region um die Stadt Mweka (zwei Tagesreisen von der rund 9.000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Kananga entfernt) Fälle einer unbekannten Krankheit gemeldet. In den vergangenen zwei Wochen mehrten sich die Verdachtsfälle in Mweka, Kampungu, Luebo und Kananga. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit dem 2. September im Gesundheitszentrum von Kampungu, dem von dem Ausbruch am stärksten betroffenen Gebiet. Zwölf Patienten sind derzeit in Behandlung, drei davon befinden sich in ernstem Zustand.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bisher insgesamt 362 Verdachtsfälle gemeldet, 166 Menschen starben demnach. Besonders betroffen scheinen Kinder und ältere Menschen zu sein. Die Patienten haben hohes Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und in einigen Fällen äußere Blutungen. Innerhalb von zwei bis drei Tagen kommt es ohne Behandlung zum Tod durch Dehydrierung. Gegen Ebola existieren weder Impfstoffe noch heilende Medikamente. Deshalb werden die Patienten zunächst isoliert, um Ansteckungen zu vermeiden. Danach werden die Symptome behandelt und Schmerzen gelindert. Während des Wartens auf die Ergebnisse der Proben hat Ärzte ohne Grenzen Patienten isoliert, mit Antibiotika behandelt und mit Infusionen versorgt, um gegen die Dehydrierung anzukämpfen. Diese Hilfe wird fortgesetzt, darüber hinaus werden die Mitarbeiter Menschen identifizieren, die mit Patienten in Kontakt waren, und die Bevölkerung über Präventionsmaßnahmen informieren, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

So genannte "Ebola-Kits" werden noch am Mittwoch eingeflogen. Diese Kits enthalten Schutzmaterial für das Team - Handschuhe, Stiefel, Schutzbrillen, Masken, Schutzanzüge, Schürzen und Kopfbedeckungen - zur einmaligen Verwendung. Die Schutzkleidung muss nach der Verwendung sorgfältig entsorgt werden. Zusätzliches Material zur Entnahme von Proben und für den Patiententransport soll am Donnerstag in Kananga eintreffen. Auch medizinische Hilfsgüter wie Infusionen, Antibiotika, Anti-Malaria-Medikamente und Nahrungsmittelrationen werden nach West Kasai gebracht. Außerdem werden Wasser- und Sanitätsmaterial wie Tanks und Chlor zur Desinfektion in großen Mengen in das Gebiet geflogen. Das Team von Ärzte ohne Grenzen für diesen Einsatz besteht aus Ärzten, Krankenschwestern, Logistikern, Wasserexperten, Sozialarbeitern und Epidemiologen.

Ärzte ohne Grenzen verfügt über Erfahrung im Umgang mit hämorrhagischem Fieber der Typen Ebola und Marburg: So waren Teams bereits in Angola (2005), Gabun (1997 und 2002), Uganda (2001), der Republik Kongo (2003/2004/1995) und Südsudan (2004) mit Ausbrüchen konfrontiert.

Weitere Informationen: Pressestelle, Christiane Löll, 030-22337700