Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo Ärzte ohne Grenzen verstärkt Teams zur Bekämpfung von Epidemien

Lubumbashi/Berlin, 21. Februar 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat ihre Teams in der Demokratischen Republik Kongo verstärkt und die medizinischen Hilfslieferungen aufgestockt. Mehrere Epidemien im Land haben in den vergangenen Monaten zu einem dramatischen Anstieg von Todesfällen geführt.

Seit Jahresbeginn ist in der Provinz Katanga ein Anstieg von Cholerafällen zu verzeichnen. Bereits im vergangenen Jahr war es dort zu einem Ausbruch der lebensgefährlichen Durchfallerkrankung gekommen. "Im Moment zählen wir jede Woche fast 100 neue Patienten allein in der Stadt Lubumbashi und ungefähr 300 Fälle in der gesamten Provinz Katanga", sagt Alain Decoux, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. "Auch in der Provinz Ost Kasai gibt es inzwischen keine Anzeichen mehr dafür, dass die Situation stabil ist. Dort sind es durchschnittlich 250 Patienten pro Woche."

Neben der Cholera breiten sich momentan auch Masernepidemien im Land aus. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen bereiten sich darauf vor, mehr als 250.000 Kinder dagegen zu impfen. Außerdem sind die Menschen in der Stadt Kinshasa seit dem Ende des vergangenen Jahres von einer Grippeepidemie betroffen. Mindestens die Hälfte der Bevölkerung ist dadurch potentiell ansteckungsgefährdet. Um diese Epidemie einzudämmen, lässt Ärzte ohne Grenzen 37 Gesundheitszentren zusätzliche Unterstützung zukommen. Die Mitarbeiter behandeln die Patienten kostenlos und schulen das Personal.

"Zunächst müssen unsere Mitarbeiter bei den Menschen ein Bewusstsein für die Krankheit schaffen und sie über grundlegende hygienische Regeln aufklären. Wir hoffen, dass wir damit zumindest in den städtischen Gebieten erfolgreich sein werden. Schwieriger stellt sich die Situation in der Provinz Ost Kasai dar, wo die Diamantenförderung die größte wirtschaftliche Einnahmequelle ist. Die Gegend gilt als kongolesisches 'Eldorado' und zieht sehr viele Menschen aus dem ganzen Land an. Die sozialen Strukturen sind dort aber sehr schwach, und die hygienischen Erfordernisse spielen unter den Bedingungen von großer Zu- und schneller Abwanderung oftmals eine untergeordnete Rolle", berichtet Alain Decoux.

Zwölf internationale und fast 100 nationale Mitarbeiter sind momentan im Einsatz, um die Cholera zu bekämpfen. Allein in der Provinz Ost Kasai werden vierzehn Cholera-Behandlungszentren von Ärzte ohne Grenzen-Teams betreut.

Den erste Cholerafall gab es bereits im September 2001. Seitdem sind etwa 19.000 Menschen an Cholera erkrankt, mehr als 1.200 von ihnen starben. Innerhalb der vergangenen Monate breitete sich die Epidemie von Katanga nach Ost Kasai aus. Dort zählten die Teams von Ärzte ohne Grenzen seitdem mehr als 3.800 Kranke, von denen 209 nicht überlebt haben.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Beate Wagner, Tel.: 030-22 33 77 00