Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Ärzte ohne Grenzen startet Impfkampagne gegen Masern

Goma/Berlin, 8. Februar 2002. Die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen hat am vergangenen Donnerstag eine Masernimpfkampagne in Goma in der Demokratischen Republik Kongo gestartet. In fünf Tagen sollen rund 56.000 Kinder im Alter zwischen 9 Monaten und 15 Jahren geimpft werden. In den vergangenen Wochen wurden bereits 44.000 Kinder derselben Altersgruppe in Muanda sowie 15.000 Kinder in Ubundu und Lubutu im Osten des Landes geimpft.

Nach dem Vulkanausbruch in Goma unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung mit Medikamenten, Zelten sowie Material zur Wasser- und Sanitärversorgung. Darüber hinaus wurde ein Früherkennungssystem für Epidemien wie Cholera, Masern und Meningitis eingerichtet. Seit 1985 betreut die Organisation verschiedene Programme im Osten des Landes, u. a. Basisgesundheitsprojekte, Ernährungszentren sowie Aids-Projekte.

Die allgemeine Gesundheitssituation in dem ostafrikanischen Land ist seit Jahren katastrophal. Wie eine Studie von Ärzte ohne Grenzen vom Dezember 2001 zeigt1 , sind die Sterblichkeitsraten in fünf Gesundheitszonen des Landes alarmierend hoch, besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren. Ursache hierfür ist die anhaltende Gewalt gegen die Zivilbevölkerung: In der Folge kommt es zu Infektionskrankheiten und Unterernährung, da die medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet wird.

In vielen afrikanischen Ländern zählen Masern nach wie vor zu den Haupttodesursachen im Kindesalter, jährlich sterben etwa eine Million Kinder an der Krankheit. Das Risiko für den Ausbruch einer Epidemie ist bei einer ohnehin geschwächten Bevölkerung besonders hoch. Aufgrund des anhaltenden Krieges besitzen nur wenige Menschen in der Demokratischen Republik Kongo einen ausreichenden Impfschutz. In Ubundu und Kabondo im Osten des Landes sind seit Jahresbeginn 825 Menschen während einer Epidemie an Masern erkrankt, 15 von ihnen starben innerhalb von zwei Monaten.

1 "Access to Health and Violence in the DRC - Results of five epidemiological surveys", Dr.Michel Van Herp, Véronique Parqué und Edward Rackley, Ärzte ohne Grenzen, Dezember 2001

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00