Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Ärzte ohne Grenzen schickt 50 Tonnen Hilfsgüter nach Bunia

Bunia/Berlin, 11. Juli 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schickt vier Flugzeuge mit Hilfsgütern in den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Die 50 Tonnen umfassende Hilfslieferung geht nach Bunia, die Hauptstadt der unsicheren Region Ituri. Dort müssen Tausende zurückkehrende Vertriebene versorgt werden.

Ärzte ohne Grenzen hat Mitte Mai eine 70 Betten umfassende Klinik in Bunia eröffnet, in der auch Verletzte chirurgisch versorgt werden können. Derzeit arbeiten in der Stadt zehn internationale sowie 103 nationale Mitarbeiter für Ärzte ohne Grenzen. Bis heute ist es wegen der unsicheren Lage nicht möglich, Zugang zu den Gebieten außerhalb Bunias zu erhalten.

Die jetzt auf den Weg gebrachte Hilfslieferung enthält energiereiche Nahrungsmittel (u.a. proteinhaltige Kekse und Milchpulver) zur Behandlung von starker Unterernährung sowie Plastikplanen zum Aufbau von Zeltunterkünften. Außerdem werden Materialien zur Errichtung eines Ernährungszentrums, in dem bis zu 500 unterernährte Kinder aufgenommen werden können, bereitgestellt.

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen berichten, dass viele der Rückkehrer erschöpft, verletzt und krank sind. Die Organisation hat an der südlichen Stadtgrenze eine Gesundheitsstation eingerichtet, wo die Menschen untersucht werden und erste Hilfe für sie geleistet wird. Wenn nötig, werden Patienten in das von Ärzte ohne Grenzen betreute Krankenhaus in Bunia überwiesen.

In den vergangenen Tagen sind zunehmend Familien nach Bunia zurückgekehrt, die Anfang Mai vor den schweren Kämpfen aus der Stadt geflohen waren. Außerdem kommen immer mehr Menschen in die Stadt, die vor den Kampfhandlungen in den umliegenden Dörfern flüchten. Der Gesundheits- und Ernährungszustand dieser Menschen erfordert dringend medizinische Hilfe.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00