Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Ärzte ohne Grenzen kehrt trotz angespannter Lage nach Bunia zurück - Hilfsorganisation fordert freien Zugang zur Not leidenden Bevölkerung

Berlin, 22. Mai 2003. Nach den schweren Unruhen Anfang Mai hat Ärzte ohne Grenzen jetzt die Arbeit in der Stadt Bunia, im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, wieder aufgenommen. Die Organisation baut ein Gesundheitszentrum mit chirurgischer Abteilung auf und behandelt Patienten mit Kriegsverletzungen. Ärzte ohne Grenzen fordert die Kriegsparteien auf, freien Zugang zur Not leidenden Bevölkerung in Bunia (Region Ituri) sicherzustellen, damit humanitäre Hilfe geleistet werden kann.

In N'dalia, einem Gebiet etwa 150 Kilometer südlich von Bunia gelegen, sind bereits 10.000 Menschen eingetroffen, die vor den massiven Kämpfen in Bunia geflohen sind. Sie haben einen mehrtägigen Fußmarsch im Regen hinter sich und besitzen nicht mehr als die Kleidung, die sie tragen. Seit Dezember 2002 leistet Ärzte ohne Grenzen in dieser Region medizinische Hilfe und hat Unterkünfte sowie Latrinen errichtet. Außerdem kümmert sich die Organisation um die medizinische Versorgung Tausender Kongolesen, die in Uganda, in der Region Ntoroko, Zuflucht gesucht haben.

Um mehr Patienten versorgen zu können, hat die Organisation in einem ehemaligen Supermarkt ein weiteres Gesundheitszentrum mit chirurgischer Abteilung eröffnet. Außerdem kümmert sich Ärzte ohne Grenzen um die Wasser- und Sanitärversorgung in zwei Lagern in Bunia, in denen etwa 10.000 Vertriebene leben. Das Team besteht aus einem Chirurgen, einem Arzt, einer Anästhesistin, einer Krankenschwester sowie einem Logistiker und einem Projektleiter.

Die Lage in Bunia ist weiterhin instabil. Die Zivilbevölkerung kann nur schwierig und in wenigen Gebieten erreicht werden. So ist derzeit die Arbeit im Krankenhaus von Bunia beinahe unmöglich, da die Sicherheit von Patienten sowie nationalen und internationalen Mitarbeitern nicht gewährleistet ist. Ärzte ohne Grenzen konnte das Krankenhaus jedoch besuchen und hat fünf Patienten in eine andere Gesundheitseinrichtung im Zentrum von Bunia überwiesen. Die meisten Patienten hatten Macheten- und Schusswunden und mussten dringend operiert werden. Ärzte ohne Grenzen unterstützt diese Einrichtung in Bunia und operiert und behandelt dort Kriegsverletzte.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00