Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Ärzte ohne Grenzen evakuiert Team nach gewaltsamen Übergriffen

Genf/Kampala, 30. August 2002 - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde das Projekt von Ärzte ohne Grenzen in Dungu im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo Zielscheibe von gewalttätigen Übergriffen. Mitarbeiter wurden mit Waffen bedroht und Schüsse fielen. Die Organisation hat daher ihre fünf internationalen Mitarbeiter vor Ort nach Kampala evakuiert. Es befinden sich keine Deutschen unter ihnen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Juli 2001 in Dungu. Die Organisation unterstützt das dortige Krankenhaus. Teile des Gebäudes werden umgebaut. Außerdem stellt Ärzte ohne Grenzen Medikamente sowie Labormaterial bereit und bildet medizinisches Personal aus.

Dungu liegt in der Provinz Orientale. Das Gebiet wird von verschiedenen Rebellenbewegungen hart umkämpft. Seit mehreren Wochen flüchten die Bewohner aus Dungu und den umliegenden Dörfern in den Busch. Dennoch war es Ärzte ohne Grenzen bislang möglich, die Arbeit vor Ort aufrecht zu erhalten.

In der Nacht auf Mittwoch drangen drei Mal bewaffnete Rebellen in das Gelände von Ärzte ohne Grenzen ein. Sie plünderten und bedrohten das Team mit Waffen. Es fielen Schüsse und einige Kugeln verirrten sich ins Innere des Wohnhauses. Glücklicherweise wurde kein Mitarbeiter verletzt. Aus Sicherheitsgründen wurde daraufhin das fünfköpfige Team bis auf Weiteres aus Dungu abgezogen und nach Kampala, in die Hauptstadt Ugandas, evakuiert.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00