Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo 35.000 Menschen fliehen vor anhaltenden Kämpfen

Berlin, 7. Januar 2003. Trotz des Friedensabkommens von Mitte Dezember zwingen anhaltende Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen Zehntausende Menschen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zur Flucht. Nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen machen die gewalttätigen Auseinandersetzungen weite Teile des Landes für humanitäre Hilfe unzugänglich. Viele Menschen sind weiterhin von jeglicher humanitären Hilfe abgeschnitten.

Allein 35.000 Menschen haben am 31. Dezember 2002 wegen schwerer Artilleriegefechte im Nordosten des Landes die Stadt Makeke verlassen, um in der Stadt Beni Schutz zu suchen. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen stellen dort dringend benötigte Hilfsmittel zur Verfügung und versorgen die Menschen medizinisch. Bereits Anfang Dezember 2002 hatte Ärzte ohne Grenzen südlich der Stadt Beni mehrere mobile Gesundheitszentren für Vertriebene eingerichtet. Ursprünglich waren die Zentren für 25.000 Menschen vorgesehen. Ihre Zahl ist in den vergangenen Wochen auf mindestens 60.000 angestiegen.

Auch aus der Provinz Süd Kivu fliehen die Menschen vor gewalttätigen Kämpfen. Mehr als 1.000 Menschen haben Schutz in Burundi gesucht. Kämpfe in der Stadt Baraka zwangen zudem zwei Drittel der Einwohner, die Stadt zu verlassen. Ärzte ohne Grenzen musste die Mitarbeiter dort zeitweilig evakuieren und die Aktivitäten einstellen.

Wegen der anhaltenden Kämpfe können die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen einen Großteil der Bevölkerung jedoch nicht erreichen. "Wir sehen nur einen Teil der Vertriebenen", sagt Philippe Hamel, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Wir befürchten, dass insgesamt mehr als 155.000 Vertriebene in dem Gebiet zwischen Butembo, Beni, Mambasa und Komanda Schutz gesucht haben." Ärzte ohne Grenzen plant deshalb, die Hilfsprogramme in dieser Region schnellstmöglich auszuweiten.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Beate Wagner, Tel.: 030-22 33 77 00