Dagestan: Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Entführung eines Mitarbeiters - Projekte in Dagestan, Inguschetien und Tschetschenien eingestellt

Genf/Berlin, 14. August 2002. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Entführung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel (32), Landeskoordinator in Dagestan, auf Schärfste. Der Niederländer war am Abend des 12. August gegen 22 Uhr in der Hauptstadt Makhachkala von drei zum Teil bewaffneten Männern auf dem Heimweg angehalten und entführt worden. Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt über das Schicksal von Arjan Erkel und appelliert an die bisher unbekannten Täter, ihn unverzüglich und unversehrt freizulassen.

Zurzeit sind keine weiteren Informationen zur Entführung von Arjan Erkel verfügbar.

Ärzte ohne Grenzen betreibt mobile Kliniken in der gesamten Region und unterstützt Krankenhäuser und Apotheken mit Medikamenten und medizinischem Material. Außerdem werden chirurgische Einrichtungen, Entbindungsstationen und Gesundheitszentren wieder aufgebaut.

Die Entführungen verdeutlichen die Gefahren, denen die Zivilbevölkerung sowie die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in diesem Konfliktgebiet ausgesetzt sind. Da die Menschen, insbesondere die Tschetschenen, jedoch dringend medizinische Hilfe benötigen, wird Ärzte ohne Grenzen die Situation kontinuierlich beobachten, um zu entscheiden, wann und ob die Projekte wieder geöffnet werden können.

Aufgrund dieses Vorfalls hat Ärzte ohne Grenzen alle Projekte in Dagestan und Inguschetien bis auf Weiteres geschlossen. Die Programme in Tschetschenien wurden bereits am 29. Juli unterbrochen, als Nina Davidovich, Mitarbeiterin der russischen Nichtregierungsorganisation Druzhba, entführt worden war.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00