China

China: Ärzte ohne Grenzen startet SARS-Projekt

Brüssel/Berlin, 26. Mai 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der chinesischen Provinz Hebei die Arbeit in zwei Krankenhäusern aufgenommen, die akut von SARS betroffen sind. Die Mitarbeiter werden das Krankenhauspersonal darin ausbilden, Patienten zu isolieren und sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen. Außerdem werden die Patienten und deren Familien über die gefährliche Viruskrankheit aufgeklärt, damit sie sich besser schützen können.

"Durch unsere bisherigen Erfahrungen mit der Behandlung der Viruskrankheit wissen wir, wie wichtig es ist, von Anfang an die richtigen Behandlungsprotokolle anzuwenden", erklärte Dan Sermand, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen. "Wir freuen uns, in enger Zusammenarbeit mit dem Chinesischen Gesundheitsministerium und dem Krankenhauspersonal an der Eindämmung von SARS arbeiten zu können."

Ein sechsköpfiges Team von Ärzte ohne Grenzen hat mit der medizinischen Hilfe zur Eindämmung von SARS in der Stadt Zhang Jia Kou begonnen, die in der zurzeit am stärksten von der Verbreitung der Lungenkrankheit betroffenen Provinz Hebei liegt. Die Mitarbeiter unterstützen die Klinik für ansteckende Krankheiten und das Krankenhaus Nr.1, in denen gegenwärtig 60 Menschen mit Verdacht auf SARS untergebracht sind. Dabei können sie auf die Erfahrungen zurückgreifen, die die Organisation bei der Behandlung von SARS in Vietnam und Hong Kong gemacht hat.

Das Ärzte ohne Grenzen-Team besteht aus zwei Krankenschwestern, die auf die Behandlung von ansteckenden Krankheiten spezialisiert sind sowie einem Arzt, einem Spezialisten für Hygieneverhalten bei infektiösen Krankheiten und einem Mitarbeiter, der für die Aufklärungsarbeit zuständig ist. Sie werden die Visiten begleiten und sich darum kümmern, dass in den Isolierstationen so gearbeitet wird, dass eine Ansteckung von Personal und Besuchern verhindert wird. Dabei ist auch die Überwachung der Desinfektionsarbeiten und der Müllentsorgung von großer Bedeutung. Zudem beliefert Ärzte ohne Grenzen die Krankenhäuser mit "SARS-Kits", die medizinisches Material enthalten, das speziell für die Behandlung der Lungenkrankheit nötig ist.

Francois Fille, der das SARS-Programm für Ärzte ohne Grenzen aus Brüssel koordiniert, hofft auf einen nur kurzfristigen Einsatz: "Ingesamt scheint die Verbreitung der Epidemie in China abzunehmen. Wenn dies so bleibt, werden wir wahrscheinlich nicht einmal einen Monat in Zhang Jia Kou bleiben müssen. Auf jeden Fall werden wir aber die Lage im gesamten Land weiter beobachten und sind jederzeit dazu bereit, weitere Hilfe zu leisten."

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00