Ceuta (Nordafrika): Polizei löst Flüchtlingslager von Ärzte ohne Grenzen auf

Ceuta/Berlin, 22. September 2003. Am vergangenen Sonntag hat die spanische Polizei in der Stadt Ceuta, einer spanischen Enklave an der marokkanischen Nordküste, ein Flüchtlingslager geräumt, in dem Ärzte ohne Grenzen 800 Migranten medizinisch versorgt hat. Das Gelände wird nun vom spanischen Militär kontrolliert, und die Flüchtlinge wurden in ein Übergangszentrum für Migranten (CETI) in Ceuta gebracht. Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt über das weitere Schicksal der Migranten.

Im Juli hatte Ärzte ohne Grenzen ein Flüchtlingslager mit über 30 Zelten in der Nähe des CETI errichtet, um die Lebensbedingungen der Migranten in Ceuta zu verbessern. Seitdem hat die Organisation insgesamt 800 Asylsuchende versorgt, die zuvor keinen Zugang zu humanitärer Hilfe hatten. Über den gesamten Zeitraum hinweg hat Ärzte ohne Grenzen sich um die Basisgesundheitsversorgung der Menschen gekümmert und die dringenden Fälle ins Krankenhaus überwiesen. Die Mitarbeiter haben zudem Hygieneartikel an Neuankömmlinge verteilt und Nahrungsmittel bereitgestellt. Darüber hinaus hat Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den Flüchtlingen mehr als zehn Tonnen Müll vom Gelände geschafft, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Unterdessen kommen jeden Tag weitere Menschen in Ceuta an, die nicht im CETI aufgenommen werden können. Allein am Tag nach der Zwangsräumung des Lagers hat Ärzte ohne Grenzen fünf Menschen medizinisch versorgt, die aus Ländern südlich der Sahara nach Ceuta kamen. Die Organisation besteht darauf, den Neuankömmlingen weiterhin Hilfe zu leisten, bis sie angemessen aufgenommen und versorgt werden.

Als das Flüchtlingslager geräumt wurde, war das Übergangszentrum laut Ärzte ohne Grenzen bereits so überfüllt, dass kaum mehr Menschen dort aufgenommen werden konnten. Derzeit halten sich mindestens 200 Menschen zuviel im CETI auf, und die Organisation bezweifelt, dass dort ein Minimum an sanitären und hygienischen Standards eingehalten werden kann.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00