Burundi

Burundi: Zahl der unterernährten Kinder in der Provinz Karuzi nimmt zu - Dringend Lebensmittellieferungen durch das Welternährungsprogramm benötigt

Berlin/Bujumbura, 2. Februar 2001. Die Anzahl der schwer unterernährten Kinder in den Ernährungszentren der nördlichen Region Karuzi hat sich in den vergangenen vier Wochen verdoppelt. Dies berichtet die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen. Sie ruft das UN-Welternährungsprogramm (WFP) auf, die allgemeine Lebensmittelverteilung im Norden Burundis zu verbessern und sicherzustellen, dass die Ernährungszentren ausreichend versorgt sind.

"Unsere Ernährungszentren helfen nur denjenigen, die bereits unterernährt sind und medizinische Hilfe benötigen. Damit ist das Problem aber nicht gelöst", sagte Andrew Durrant, Programmleiter in Burundi. "Das Welternährungsprogramm und die entsprechenden Geberländer müssen die Lebensmittellieferungen drastisch verbessern und sich für eine ausreichende Versorgung einsetzen. Wenn es keine allgemeine Nahrungsmittelverteilung in der Provinz Karuzi gibt, wird die Zahl der unterernährten Kinder nicht abnehmen."

Ungefähr 360.000 Menschen leben in dieser Provinz. Etwa 20 Prozent davon sind Kinder unter fünf Jahren. Eine Erhebung über den Ernährungszustand, die Ärzte ohne Grenzen im November 2000 durchgeführt hatte, ergab, dass ein Viertel der Kinder unterernährt waren; 13 Prozent der Kinder sogar schwer unterernährt. Seitdem hat sich die Situation noch verschlechtert. Täglich werden etwa 150 schwer unterernährte Kinder in die Programme neu aufgenommen.

Ausbleibender Regen hatte bereits im letzten Jahr die Ernte beeinträchtigt. Die kommende Ernte im Mai/Juni wird nicht ausreichen, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Es sei denn, bis Mitte Februar würde erneut Saatgut verteilt und ausgesät.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit rund 1.000 nationalen und 43 internationalen Mitarbeitern in der Provinz Karuzi. Darüber hinaus ist die Organisation in der Hauptstadt Bujumbura tätig sowie in den Provinzen Cancuzo, Bujumbura Rural, Kayanza und Ngozi.

Ärzte ohne Grenzen ist die einzige Hilfsorganisation, die in Karuzi Ernährungszentren betreut. Insgesamt werden derzeit 19.000 Kinder, Jugendliche und stillende Mütter versorgt, 1.100 Kinder benötigen außerdem intensive medizinische Hilfe. Zwei weitere Zentren für 2.300 Kinder sollen in den nächsten zwei Wochen eröffnet werden.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Tel.: 030-22 33 77 00