Ruanda

Burundi: Ärzte ohne Grenzen wird Zugang zu Flüchtlingslager verweigert - Ruandische Flüchtlinge zu "illegalen Einwanderern" erklärt

Berlin/Bujumbura, 13. Juni 2005. In Burundi wurde der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen der Zugang zum Flüchtlingslager Songore verweigert. Damit sind rund 7.000 ruandische Flüchtlinge, die Anfang Mai in das Nachbarland geflohen waren, von jeglicher medizinischer Hilfe abgeschnitten. Gleichzeitig wurden die Flüchtlinge von den Regierungen in Ruanda und Burundi zu "illegalen Einwanderern" erklärt, und es kommt offensichtlich zu Zwangsrückführungen.

Das Gesundheitszentrum im Übergangslager Songore nahe der Nordgrenze Burundis wird inzwischen von burundischem Militär bewacht, und medizinisches Personal wird nicht mehr in das Lager gelassen. "Es ist inakzeptabel, dass den Kollegen der Zugang zu unserem Gesundheitsposten verwehrt wird", sagte Michiel Hofman von Ärzte ohne Grenzen. "Damit steht den Flüchtlingen überhaupt keine medizinische Versorgung mehr zur Verfügung."

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen berichten zudem, dass Tausende von Flüchtlingen auf Lastwagen gebracht und unter Militärbegleitung an einen unbekannten Ort gefahren wurden - wahrscheinlich in ihr Herkunftsland Ruanda. "Durch den Abtransport der Menschen kann Ärzte ohne Grenzen bereits begonnene Behandlungen nicht fortsetzen", so Hofmann. "Außerdem wurden einige Familien getrennt, da Angehörige in eine nahe gelegene Klinik verlegt worden waren."

Am vergangenen Samstag hatten die Regierungen von Ruanda und Burundi die Flüchtlinge zu "illegalen Einwanderern" erklärt, obwohl diese in Burundi bereits Asyl beantragt hatten. Ärzte ohne Grenzen ist sehr besorgt, dass bei Zwangsrepatriierungen Grundrechte von Asylsuchenden missachtet werden.

Fast 8.000 Menschen waren im vergangenen Monat aus Ruanda geflohen. Laut Zeugenaussagen gegenüber Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen drohen den Menschen bei der Rückkehr nach Ruanda willkürliche Verhaftungen und Einschüchterungen.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Stephan Große Rüschkamp, Tel: 030 / 22 33 77 00,