Arjan Erkel: Seit 18 Monaten im Nordkaukasus entführt - Ärzte ohne Grenzen sehr besorgt über das Schicksal des Projektleiters

Moskau/Berlin, 12. Februar 2004. Anderthalb Jahre nach der Entführung von Arjan Erkel ist die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zutiefst bestürzt über das Versagen der russischen Behörden. Der Organisation zufolge zeigt das Scheitern der Ermittlungen, dass ein stärkerer politischer Wille seitens der Behörden nötig ist, um die sichere Freilassung Arjan Erkels zu erwirken.

"Die russischen Behörden haben wiederholt versichert, dass sie sich für die Befreiung Arjan Erkels einsetzen", sagte Rowan Gillies, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen. "Bisher hat dies jedoch kein Ergebnis gezeigt." Die kürzliche Verhaftung des mit dem Fall betrauten Untersuchungsbeamten schmälert zudem das Vertrauen der Organisation in die Vorgehensweise der russischen Behörden. "Wir fordern sie deshalb auf, ihr Versprechen einzulösen und Arjan Erkels Befreiung sicherzustellen", sagte Gillies.

Der 33jährige Niederländer Erkel arbeitet seit 1994 für Ärzte ohne Grenzen. Am 12. August 2002 wurde er von drei Bewaffneten in der dagestanischen Hauptstadt Makhachkala entführt. In den vergangenen 18 Monaten hat Ärzte ohne Grenzen wiederholt Berichte erhalten, wonach Arjan Erkel am Leben sein soll. Zuletzt wurde dies vom russischen Außenminister Igor Ivanov anlässlich eines offiziellen Besuches in der Schweiz am 13. Oktober 2003 bestätigt. Seitdem wurden jedoch keine Fortschritte bei den Ermittlungen erzielt.

In den vergangenen Monaten haben die Vereinten Nationen, das Europäische Parlament sowie der Unterstaatssekretär der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten, Jan Egeland, zum Ausdruck gebracht, dass die Befreiung von Arjan Erkel das Vertrauen in die Sicherheit für humanitäre Helfer im Nordkaukasus stärken würde.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00