Uganda

Angriffe auf Vertriebenenlager in Uganda: Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte - Gewalt erschwert Hilfe für Tausende von Vertriebenen

Berlin, 6. Februar 2004. Bei Angriffen auf das Vertriebenenlager Abiya im Norden Ugandas wurden am vergangenen Mittwoch 51 Menschen getötet und zahlreiche Zivilisten verletzt. Die Verwundeten wurden am darauffolgenden Tag in das Krankenhaus in die nahe gelegene Stadt Lira gebracht, nachdem sie sich eine Nacht lang ohne jede Hilfe in den Wäldern versteckt hatten. Ein Team der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat am Donnerstag mehr als 60 Verletzte behandelt.

Zwei Ärzte und eine Krankenschwester von Ärzte ohne Grenzen halfen dem Krankenhauspersonal in Lira dabei, die Verwundeten zu versorgen. Darüber hinaus stellte die Organisation Medikamente und Verbandsmaterial zur Verfügung. Die Mehrzahl der männlichen Patienten hatte Schusswunden und Verletzungen durch Handgranaten. Die meisten Frauen und Kinder erlitten Brandverletzungen, als die Hütten, in denen sie sich vor den Angriffen versteckt hatten, niedergebrannt wurden. Weitere Menschen wurden durch Machetenhiebe verletzt.

In den vergangenen Monaten haben sich die seit 18 Jahren anhaltenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen der "Lord´s Resistance Army" (LRA) im Norden Ugandas verschärft. Der Angriff auf das Lager Abiya zeigt, wie unsicher die Lage in der Region ist. Die Zivilbevölkerung wird häufig Opfer von gewaltsamen Übergriffen. Dazu gehören Entführungen, Mord und Verstümmelungen. Nach Angaben lokaler Behörden leben in der Provinz Lira rund 200.000 bis 300.000 Vertriebene, die ihre Dörfer aus Angst vor Angriffen verlassen haben. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage haben Hilfsorganisationen kaum Zugang zu den Menschen in den 20 Vertriebenenlagern außerhalb der Stadt Lira. Dort fehlt es an Nahrungsmitteln und Wasser sowie medizinischer Hilfe. Zudem sind die Menschen dort einem besonders großen Risiko ausgesetzt, angegriffen zu werden. Ärzte ohne Grenzen versucht dennoch, auch die Vertriebenen außerhalb der Stadt zu erreichen.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit Dezember 2003 medizinische Hilfe für die Vertriebenen in der Provinz Lira. Darüber hinaus stellen die Mitarbeiter Trinkwasser und Latrinen bereit. In Ernährungszentren werden seit Januar mehr als 1.600 unterernährte Kinder versorgt. Zudem leistet die Organisation auch Hilfe für die Vertriebenen in den Provinzen Gulu, Soroti und Katakwi.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00