Sudan

Ärzte ohne Grenzen: Zunehmende Unsicherheit behindert medizinische Nothilfe in Darfur

Khartum/Berlin, 3. August 2006. Angesichts wiederholter Angriffe auf ihre Mitarbeiter muss die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mehrere medizinische Nothilfeprojekte in der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur vorübergehend einstellen. Dadurch bleiben täglich tausende Patienten unversorgt. Unabhängige medizinische Versorgung müsse im Darfur-Konflikt ermöglicht und besser respektiert werden, so die Organisation.

Zu den jüngsten Zwischenfällen gehört ein Raubüberfall bewaffneter Männer auf das Quartier von Ärzte ohne Grenzen in Sherif Umra am 14. Juli, bei dem unter anderem ein Fahrzeug gestohlen wurde. Am 16. Juli wurde ein Krankenwagen zwischen El Geneina und Mornay beschossen und der Fahrer verprügelt. Ein weiteres Fahrzeug von Ärzte ohne Grenzen wurde am 18. Juli aus einem Gesundheitszentrum in Shangil Tobaya entwendet, und am 20. Juli wurde ein Team auf der Straße zwischen Golo und Niertiti ausgeraubt und zusammengeschlagen.

Ärzte ohne Grenzen ist seit Dezember 2003 in Darfur tätig. Mehr als 2.000 internationale und sudanesische Mitarbeiter arbeiten an 17 Orten der Region.

Ärzte ohne Grenzen führt in Darfur ambulante sowie stationäre medizinische Behandlung, darunter auch chirurgische Eingriffe durch, organisiert die Überweisung von Notfällen und betreibt Ernährungsprogramme. Die Nothilfe richtet sich an die gesamte unter dem anhaltenden Konflikt leidende Bevölkerung Darfurs.

Wegen der Sicherheitsprobleme mussten die Mitarbeiter aus Sherif Umra und zwei Projektorten im Jebel Marra Gebirge evakuiert werden. Mobile medizinische Teams haben ihre Arbeit eingestellt, und die Überweisung von Notfällen an chirurgische Einrichtungen ist nur noch begrenzt möglich. Die Einschränkung der Aktivitäten hat unmittelbare und gravierende Konsequenzen für die Bevölkerung.

Weitere Informationen: Pressestelle: Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00