Ärzte ohne Grenzen - Tropeninstitut Berlin - Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung - Ärztekammer Berlin: Humanitäre Hilfe in schwierigen Zeiten

Berlin, 28. November 2002. "Medizin, Macht und Moral" - unter diesem Motto treffen sich am Freitag und Samstag rund 200 Experten aus Politik, Wissenschaft und Medizin sowie Vertreter von Hilfsorganisationen zu einem humanitären Kongress in Berlin. Ihr Ziel ist es, die Grenzen und Möglichkeiten der humanitären Hilfe in einem veränderten politischen Umfeld neu zu diskutieren. Der letzte Kongress dieser Art fand 1999 in Berlin statt. Zukünftig soll die Veranstaltung jährlich angeboten werden.

Veranstalter sind die Berliner Ärztekammer, das Tropeninstitut Berlin, das Wissenschaftszentrum Berlin und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Die Themen des Kongresses reichen von der Standortbestimmung der humanitären Hilfe über ihre rechtlichen Grundlagen, ihre Rolle in Konflikten bis hin zu speziellen medizinischen Inhalten und Workshops zu Tuberkulose, Malaria und HIV/Aids.

Den Veranstaltern zufolge soll der Kongress zudem dazu beitragen, die humanitäre Debatte in deutsche Krankenhäuser zu tragen. Besonders Chefärzte müssen davon überzeugt werden, dass es wichtig ist, medizinische Mitarbeiter für Auslandseinsätze freizustellen.

Auf dem Kongress wird darüber hinaus diskutiert werden, wie Hilfsorganisationen die Behandlung von HIV/Aids-Patienten in ihre Programme in ärmeren Ländern integrieren können. Während die Zahl der HIV-Infizierten weltweit dramatisch zunimmt, sind die Medikamente in den meisten Ländern noch immer unbezahlbar.

"In einer Zeit, in der der ´Kampf gegen den Terrorismus` das humanitäre Völkerrecht immer stärker aushöhlt und humanitäre Hilfe zunehmend schwierig wird, bestehen wir auf der Notwendigkeit unabhängiger Hilfe für die Opfer von Krieg und Gewalt", sagte Ulrike von Pilar, Geschäftsführerin der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. "Denn diese Menschen haben ein Recht darauf."

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp: 030/22 33 77 00