Demokratische Republik Kongo

Ärzte ohne Grenzen hilft Vertriebenen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo

Berlin / Genf, 10. Februar 2005. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen startet ein medizinisches Nothilfeprogramm für Vertriebene in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo. Seit Ende Januar sind tausende Menschen vor Kämpfen zwischen verschiedenen Rebellengruppen in der Region im Nordosten des Landes geflohen.

Etwa 7.000 Vertriebene haben sich in der Ortschaft Che niedergelassen und benötigen dringend medizinische Hilfe, sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat in einer provisorischen Gesundheitsstation mit Behandlungen begonnen. Die Organisation kümmert sich auch um die Trinkwasserversorgung. Weil Che relativ hoch liegt, sind die Menschen besonders nachts sehr tiefen Temperaturen ausgesetzt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Juni 2003 in Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Auch in der umkämpften Provinz Nord-Kivu unterstützt die Organisation die Bevölkerung mit medizinischer Hilfe und Ernährungsprogrammen. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1981 in dem Land.

Seit Ende Januar 2005 haben Kämpfe zwischen kongolesischen Rebellengruppen in der Region Djugu in der Provinz Ituri massive Vertreibungen ausgelöst. Neben den Menschen, die in Che nördlich von Bunia und in Kawa am Albertsee Zuflucht suchen, sind weitere 3.000 Kongolesen aufgrund der Kämpfe ins benachbarte Uganda geflohen. Dort kümmert sich Ärzte ohne Grenzen zusammen mit anderen Hilfsorganisationen um die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge.

Darüber hinaus hilft Ärzte ohne Grenzen fünf- bis siebentausend Menschen, die in Kawa am Ufer des Albertsees Zuflucht gesucht haben. Das Dorf ist nur per Boot erreichbar. Unter den Vertriebenen wurden zahlreiche Fälle von bakterieller Ruhr diagnostiziert. Diese Durchfallerkrankung wird vor allem bei schlechten hygienischen Verhältnissen übertragen. Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, stellt Ärzte ohne Grenzen sauberes Trinkwasser bereit. Weil nur wenige der Kinder unter fünf Jahren gegen Masern geimpft sind, bereitet sich Ärzte ohne Grenzen auf eine Impfkampagne vor. Ein zusätzliches Team wird in den nächsten Tagen in Zelten eine Gesundheitsstation errichten.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen Pressestelle, Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00