Ärzte ohne Grenzen fordert: Präsident Putin muss seiner Verantwortung für die Freilassung Arjan Erkels nachkommen

New York/Berlin, 25. September 2003. Anlässlich der UN-Generalversammlung in New York appelliert die Organisation Ärzte ohne Grenzen an den russischen Präsidenten Putin, sein Versprechen einzulösen, ihren im Kaukasus entführten Mitarbeiter Arjan Erkel zu befreien. Der Niederländer wurde am 12. August 2002 in der russischen Republik Dagestan entführt. Ärzte ohne Grenzen ruft zudem alle UN-Mitglieder auf, Präsident Putin für die Lösung des Falls in die Pflicht zu nehmen.

"Solange der Fall Arjan Erkel ungelöst bleibt, sind die Russen gegenüber der Weltgemeinschaft unglaubwürdig. Bisher waren die internationalen Bemühungen, Russland für diese Verfehlung verantwortlich zu machen, ungenügend. Die Regierenden der Welt müssen Russland klar machen, dass Arjan Erkel sofort freigelassen werden muss", betonte Rostrup.

Ärzte ohne Grenzen fordert Präsident Putin auf, in seiner Rede vor den Vereinten Nationen erneut zu bekräftigen, dass die Resolution 1502 in Kraft gesetzt und somit die Freilassung Erkels garantiert wird. Die Organisation appelliert zudem an alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, die Grundsätze der Resolution 1502 zu respektieren und sicherzustellen, dass Präsident Putin alle notwendigen Mittel für die Freilassung Erkels mobilisiert.

"Wenn die neue UN-Resolution zur Sicherheit von humanitären Helfern keine Farce sein soll, muss Präsident Putin seine Verantwortung gemäß internationalem Recht wahrnehmen. Zudem muss er humanitäre Hilfe im Nordkaukasus ermöglichen", forderte Morten Rostrup, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen.

Seit über einem Jahr versichern die russischen Behörden Ärzte ohne Grenzen, dass sie am Fall Arjan Erkel arbeiten. Dennoch sind der Organisation zufolge keine nennenswerten Massnahmen ergriffen worden, um Erkel zu finden oder zu befreien. Zudem haben sich Drohungen und Gewalttätigkeiten gegenüber humanitären Helfern im Nordkaukasus noch verstärkt. So brachte eine allgemeine Warnung vor Entführungen, die am 12. September 2003 erging, die humanitäre Hilfe für 80.000 tschetschenische Vertriebene in Inguschetien zum Erliegen.

Im August 2003 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1502 zur Sicherheit und zum Schutz humanitärer Helfer. Sie bekräftigt auch, dass die Gastländer für die Sicherheit der Helfer verantwortlich sind.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00