Ärzte ohne Grenzen fordert mit Steuergeldern aus Finanzsektor Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern zu finanzieren

Berlin, 20. Mai 2010. Heute treffen sich die Staats- und Regierungschef der G-20-Staaten zur internationalen Finanzmarktkonferenz in Berlin. Anlässlich dieser Konferenz spricht sich Ärzte ohne Grenzen für die Besteuerung des Finanzsektors aus und fordert, dass ein Teil dieser Einnahmen für die Finanzierung der Gesundheitsgrundversorgung in ärmeren Ländern genutzt wird.

"Die Finanzkrise droht, die Finanzierung globaler Gesundheitsziele zu gefährden. Die jüngste Debatte über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sehen wir daher als Chance, dass dringend benötigte Gelder zur Bewältigung der globalen Gesundheitskrise eingesetzt werden können", sagt Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. "Wir sind für eine internationale Steuer, zum Beispiel wie sie vom Bündnis ‚Steuer gegen Armut' vorgeschlagen wird."

Eine neue Steuer könnte zur Finanzierung der globalen Gesundheit beitragen. Das Bündnis ‚Steuer gegen Armut' schlägt einen Steuersatz von 0,01 bis 0,1 Prozent vor. Nach Berechnungen würden damit allein in Deutschland 12 bis 36 Milliarden Euro aus Steuereinnahmen zusammenkommen.

"Wir brauchen eine nachhaltige und dauerhafte Finanzierung medizinischer Grundbedürfnisse, unabhängig von der politischen Tageslage. Uns ist wichtig zu betonen, dass Einnahmen aus dieser Steuer den Ärmsten dieser Welt zugute kommen müssen, da sie am meisten an den Folgen der Finanzkrise leiden", erklärt Dr. Frank Dörner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland.