Iran

Ärzte ohne Grenzen fordert iranische Behörden auf, Hilfsaktionen für Afghanen nicht zu behindern

Berlin, 5. Dezember 2001. Die medizinische Organisation Ärzte ohne Grenzen fordert die iranischen Behörden auf, die Hilfsaktionen in Afghanistan zu unterstützen und die Grenze zum Iran für Flüchtlinge zu öffnen. Über 2000 Vertriebene sind innerhalb der letzten zehn Tage in den Lagern Makaki und Mile 46 angekommen. Diese Camps, die von den iranischen Behörden errichtet wurden, liegen vier Kilometer von der Grenze entfernt in der afghanischen Provinz Nimruz. Wiederholt haben iranische Grenzpatrouillen auf Familien geschossen, die die Grenze überqueren wollten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit zwölf internationalen sowie zehn iranischen und afghanischen Mitarbeitern in den Lagern, die nahe der Stadt Zaranj liegen. In den nächsten Tagen wird auch hier ein Projekt gestartet.

Nach dem 11. September hatte die iranische Regierung beschlossen, die Grenze zu Afghanistan zu schließen, gleichzeitig aber bekräftigt, dass sie Hilfe für die Vertriebenen in Afghanistan erleichtern würde. Tatsächlich aber behindern iranische Behörden die Hilfslieferungen.

Drei sechsjährige Kinder starben bereits an Hunger, Kälte und Erschöpfung. Da die Vertriebenen keine Zelte haben, müssen sie Löcher in die Erde graben, um Schutz vor Kälte und Sandstürmen zu finden. Nachts sinken die Temperaturen unter Null Grad Celsius. Ohne Hilfe können die Flüchtlinge, die teilweise aus weit entfernten Regionen kommen, in dieser Wüstengegend nicht überleben.

Ärzte ohne Grenzen hat bisher keine Genehmigung erhalten, in Makaki und Mile 46 Zelte, Decken und Nahrungsmittel zu verteilen. In beiden Lagern leben jeweils 5.000 Flüchtlinge. Das iranische Rote Kreuz hat bisher abgelehnt, die Neuankömmlinge zu registrieren.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Beate Wagner, Tel.: 030-22 33 77 00