Jemen

Ärzte ohne Grenzen behandelt 30 Verletzte nach Luftangriffen auf Huth

Sanaa/Berlin, 17. April 2015 – Nach Luftangriffen auf den Distrikt Huth im Norden des Landes hat Ärzte ohne Grenzen am Mittwochabend 30 Verletzte behandelt. Die Hilfsorganisation ruft die Konfliktparteien auf, die Sicherheit der Zivilbevölkerung sowie die Neutralität medizinischer Einrichtungen zu respektieren.

Die Verwundeten wurden im Krankenhaus Al Salam behandelt, das Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden in der Stadt Khamer im Gouvernement Amran betreibt, rund 35 Kilometer südlich der Stadt Huth. Sie wurden ab 20 Uhr in einem Zeitraum von rund zwei Stunden in das Krankenhaus gebracht, nach Luftangriffen auf Ziele im Bezirk Huth. Ein Geschoss traf eine Tankstelle, die nur 500 Meter vom Gesundheitszentrum in Huth entfernt liegt, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird.

Die Patienten erlitten vor allem Verbrennungen sowie Verletzungen infolge von Explosionen und Schrapnell-Granaten. Ein Patient war bei der Ankunft im Krankenhaus bereits gestorben. Unter den Verletzten ist auch eine siebenköpfige Familie – ein Mann, drei Frauen und drei Kinder.

„Wir sind besorgt über die Gefahren, die der aktuelle Konflikt für Zivilisten mit sich bringt, und rufen alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu respektieren“, sagt Marie-Elisabeth Ingres, die Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen im Jemen.

In der südlich gelegenen Stadt Aden, wo Ärzte ohne Grenzen eine chirurgische Notfallabteilung betreibt, kam es am Donnerstag zu einer Explosion, die sich nahe der medizinischen Einrichtung ereignete. Das Gebäude wurde leicht beschädigt, Patienten und Personal wurden durch die Explosion gefährdet.

„Wir appellieren an die Konfliktparteien, die Neutralität medizinischer Einrichtungen und des medizinischen Personals zu respektieren und dafür zu sorgen, dass Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen verschont werden“, sagt Ingres.

Ärzte ohne Grenzen ist derzeit in den Gouvernements Sanaa, Aden, Ad-Dhale, Amran und Hadscha tätig und hat seit dem 19. März 2015 mehr als 850 Kriegsverletzte behandelt.