Porträts

Wie gemeindebasierte Behandlungsansätze das Leben von HIV/Aids-Patienten verbessern

HIV/Aids-Patienten aus den Dörfern der Region Thyolo treffen sich zweimal im Monat, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Am 1.12. ist Welt-Aids-Tag: Wir möchten mit dieser Foto-Serie fünf HIV-PatientInnen und ihren Kampf gegen die Krankheit vorstellen. Die Fotos entstanden in einigen unserer HIV-Projekte, die ein neues innovatives Modell mit Fokus auf Selbsthilfegruppen einsetzen. Denn derzeit haben immer noch 2 von 3 HIV-PatientInnen weltweit keinen Zugang zu einer Behandlung und Medikamenten. Lange und teure Anreisen zu Gesundheitszentren sind beispielsweise für viele PatientInnen Hürden beim Zugang zur lebensnotwendigen Behandlung. Durch einfache Reformen wie der Verteilung von mehrmonatigen Vorräten von antiretroviralen Medikamenten können diese Hürden abgebaut werden. Wir fordern, dass Betroffene nicht mehr als reine Empfänger von Gesundheitsdienstleitungen angesehen werden, sondern zu Partnern werden.

Malawi

In Malawi ist 1 von 10 Erwachsenen HIV-positiv und benötigt täglich Medikamente – ein Leben lang. Doch das Land im Südosten Afrikas kämpft mit einem eklatanten Mangel an Fachpersonal im Gesundheitsbereich: Die Menschen müssen daher oft stundenlang oder einen ganzen Tag warten, bis sie ihre Medizin erhalten. Diese sechs Frauen in Kwanjana freuen sich, dass sie nicht mehr in langen Schlangen warten müssen, um ihre Medikamente zu bekommen – denn im Rahmen der gruppenzentrierten Behandlung holt einfach ein Gruppenmitglied für mehrere PatientInnen die Medikamente.

 

Simbabwe

Unsere Patientin Bej Murevi stammt aus dem Dorf Tereri in Simbabwe. Sie wurde 2006 positiv auf HIV getestet. Seit fünf Jahren nimmt die Bäuerin antiretrovirale Medikamente: „Bis zur Einführung unserer Selbsthilfegruppe musste ich einmal pro Monat insgesamt 20 km bis zur nächsten Klinik und zurück gehen, um meine Medikamente abzuholen. Ich bin es leid, zu Fuß zu gehen. Ich brauche wirklich einen einfacheren Weg, meine Medikamente zu erhalten.“

 

Mosambik

Wer HIV-positiv ist und gut behandelt wird, kann mit der chronischen Krankheit ein langes und gesundes Leben führen. Doch die Lebensrealität der meisten HIV-positiven Menschen in ärmeren Ländern macht dies zu einer Herausforderung. So auch für Manual Jose Dique aus Moatize in Mosambik. Er lebt seit mehr als 10 Jahrenmit HIV. Zusätzlich leidet er unter Tuberkulose. Er ist Vater von drei Kindern und möchte auch noch weitere 40 Jahre leben – doch dazu muss er täglich Medikamente nehmen. Als Mitglied einer Selbsthilfegruppe erhält er Unterstützung von anderen Betroffenen und psychologische Unterstützung. Wir setzen uns für solche gemeidebasierte Behandlungsansätze ein, damit mehr Betroffene erreicht werden können. PS: Nicht vergessen: Am Montag ist Welt-Aids-Tag!

 

Südafrika

Siyabonga Mhlongo kommt aus Südafrika - dem Land mit der höchsten HIV-Rate weltweit: 6,4 Millionen Menschen sind HIV-positiv. Siyabongo ist 50 Jahre alt und  hielt bis 2009 seine Krankheit geheim. Nachdem er zwei Wochen lang in ein Koma gefallen war, musste er neu lernen, zu sprechen und zu gehen. Nun nimmt er antiretrovirale Medikamente und ist Teil einer Selbsthilfegruppe in Eshowe: „Diese Gruppen sind das beste Werkzeug, um HIV zu bekämpfen – denn Betroffene werden motiviert, ihre Gesundheit in die Hand zu nehmen. Man lernt auch über die Gefahren, wenn man die Behandlung nicht einhält. Menschen lernen, anderen zu helfen.“ Wir setzen uns für solche gemeidebasierte Behandlungsansätze ein, die eine nachhaltige und bessere Behandlung von stabilen HIV-Patienten erlauben.

 

Lesotho

Malieketseng Mphatsa lebt in dem Dorf Matela in Lesotho. Sie ist ebenfalls in einer Selbsthilfegruppe von HIV-PatientInnen. Lesotho hat die zweithöchste HIV-Rate weltweit: 23 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leben mit dem Virus. Fast alle Familien sind betroffen – UNICEF schätzt, dass rund 150.000 Kinder wegen HIV zu Waisen wurden. Die Geographie des bergigen Landes erschwert für die Menschen den Zugang zu Gesundheitsversorgung. „Als Gruppe erkennen wir, wenn ein Mitglied seine Medikamente nicht richtig einnimmt. Dann unterstützen wir denjenigen und bringen ihn zu einer Beratung", erklärt Malieketseng Mphatsa. Wir setzen uns für solche gemeidebasierte Behandlungsansätze ein, damit mehr Betroffene erreicht werden können.