Mitarbeiterinnenporträt Inga Burgmann, Finanzadministratorin

Finanzfachkräfte

Kurzprofil

Einsatzland: Uganda
Alter: 30

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Bevor ich zu Ärzte ohne Grenze wechselte, war ich in der Commerzbank AG in Frankfurt als Projektmanagerin tätig.

Ausbildung:

BWL-Studium in Deutschland und England, nach dem Master Promotion in Marketing und Kommunikationswissenschaften

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

  • 2010/2011 in Jordanien (für ein Projekt im Irak)
  • 2011/2012 in Uganda

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Ein Buch, das mich in Uganda stark begleitet hat, ist "Beyond the Dance". Es ist ein Buch, welches von ugandischen Schriftstellerinnen verfasst wurde, die Interviews mit Frauen in Afrika durchführten, die im Mädchenalter beschnitten wurden. Es erzählt deren Lebensgeschichte, deren Alltag, die Komplikationen sowie das Leiden, das durch die weibliche Genitalverstümmelung hervorgerufen wird.

Musik, die ich gehört habe:

Ich liebe jegliche Art von Musik! In Uganda habe ich hauptsächlich Reggae gehört und auch sehr viel Musik von ugandischen Musikern. Es gibt dort eine ausgeprägte Musikszene, die sehr locker und easy-going ist.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Durch die strengen Sicherheitsbestimmungen im Irak war es leider nur einmal möglich, nach Bagdad zu fliegen, um dort vor Ort das Administrationsteam zu unterstützen. In Uganda war dies anders. Ich war alle sechs Wochen für circa ein bis zwei Wochen im Projekt, welches sich im Norden von Uganda, der sogenannten Acholi-Region befindet. Ich war für das komplette Budget sowie für das Personalmanagement der nationalen und internationalen Angestellten verantwortlich, z.B. für rechtliche Regulierungen, Einstellungen/Kündigungen und Arbeitserlaubnisse.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

In Uganda und Jordanien bin ich jeden Morgen mit Freunden, die auch bei Ärzte ohne Grenzen tätig waren, laufen gegangen. Ich hatte großes Glück, denn dies war in beiden Hauptstädten möglich sowie in Kitgum (Nord-Uganda), wo sich das Projekt von Ärzte ohne Grenzen befindet. Außerdem habe ich auch viele Leute kennengelernt, mit denen ich mindestens einmal die Woche Yoga gemacht habe.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Am meisten habe ich die Aufgaben und Möglichkeiten geschätzt, die über mein normales Stellenprofil hinausgingen. Ich habe zwei sehr stark erkrankte Tuberkulose-Patienten kennengelernt, mit denen ich ein Blogging Projekt durchgeführt habe (http://blogs.msf.org/tb/). Dadurch war ich sogar als Finanzkraft sehr stark mit den Patienten von Ärzte ohne Grenzen in Kontakt. Ich habe eine fast freundschaftliche Beziehung zu beiden aufgebaut, die Patienten haben mir ihr Leid erzählt und auch sehr persönliche Dinge, wie es zum Beispiel bei einem der beiden Blogger zur HIV-Infektion kam. Dies sind Eindrücke, die ich mein Leben lang behalten werde und so nie in Deutschland erfahren hätte.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Meine Familie und vor allem meine Nichte haben mir am meisten gefehlt. Freunde kann man überall auf der Welt finden, aber die Familie kann leider keiner ersetzen. Gott sei Dank gibt es heute Skype und auch andere Kommunikationsmedien, die einem den Kontakt mit zu Hause erleichtern.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Momentan genieße ich es, zu Hause zu sein. Im März werde ich meine beste Freundin in Kolumbien besuchen. Ab April oder Mai würde ich gerne einen Projekteinsatz in einem französisch sprechenden Standort von Ärzte ohne Grenzen annehmen, wie zum Beispiel Kongo oder Haiti.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Für mich ist die schönste Erfahrung gewesen, in die Projekte zu fahren und dort die medizinischen Teams vor Ort zu begleiten. Die Möglichkeit, Ärzte ohne Grenzen aktiv vor Ort zu unterstützen, ist unglaublich und etwas Einzigartiges, was ich in einer Bank nie hätte erfahren können.