Glossar

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A

  • Aerogen

    von der Luft ausgehend

  • Aids

    acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom

  • Aidshospiz

    Pflegestation für Aids-Patienten im Endstadium

  • Akutes Nierenversagen

    Schockniere: plötzlicher partieller oder totaler Verlust der harnbildenden Nierenfunktion. In der Folge werden giftige Stoffe nicht mehr aus dem Körper ausgeschieden.

  • Alveolen

    Lungenbläschen, Ende der Atemwege. Hier findet der Gasaustausch statt, d.h. hier wird der eingeatmete Sauerstoff ins Blut aufgenommen.

  • Antibiotikum

    Stoffgruppe zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Antibiotika töten die Bakterien entweder ab, oder sie hemmen deren Vermehrung.

  • Antigen

    Substanz, die vom Immunsystem als fremd erkannt wird und auf die das Immunsystem durch die Bildung von Antikörpern reagiert.

  • Antikörper

    spezielle Eiweiße (Immunglobuline), die das Immunsystem nach Kontakt des Körpers mit Fremdzellen (Antigenen) bildet und die zu einer spezifischen Abwehrreaktion des Körpers führen (Antigen-antikörper-Reaktion).

  • Antiretrovirale Kombinationstherapie

    Kombination aus Medikamenten zur Behandlung von HIV. Mit dem HI-Virus sind weltweit laut WHO rund 34 Millionen Menschen infiziert, mehr als zwei Drittel davon in den Ländern südlich der Sahara. Das Virus ruft die Immunschwächekrankheit Aids hervor, die das körpereigene Abwehrsystem schwächt und den Patienten anfällig für weitere Infektionen macht. Die ART besteht meist aus drei kombinierten Wirkstoffen, so sollen Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe verhindert werden. Die Präparate hemmen die Vermehrung des Virus und führen damit eine Erholung des Immunsystems herbei. Das Leben vieler Patienten wird durch die Therapie erheblich verlängert, die Lebensqualität steigt.

  • Antiretrovirale Medikamente (ARV)

    Eine Kombination aus Medikamenten zur Behandlung von HIV/Aids, die eine Vermehrung des Virus hemmen, zu einer Rückbildung der HIV-bedingten Symptome führen und das Leben deutlich verlängern. Bei Schwangeren wird die Gefahr der Übertragung des Virus auf das Kind verringert. Für eine größtmögliche Wirkung und zur Vorbeugung gegen Resistenzen werden meist drei Präparate kombiniert (Dreifachtherapie).

  • Anämie

    so genannte Blutarmut: Verminderung der roten Blutkörperchen und des Blutfarbstoffs

  • Asphyxie

    Atemstillstand infolge Herz-Kreislaufversagens oder Atemlähmung, der zur Bewusstlosigkeit und Sauerstoffunterversorgung führt und umgehend eine Reanimation (Wiederbelebungsmaßnahmen) erfordert.

  • Atemwegserkrankungen

    allgemeiner Ausdruck für ein großes Spektrum von Erkrankungen, die die Atemwege (Hals, Nasennebenhöhlen, Bronchien, Lunge) betreffen.

  • Auskultation

    Abhorchen der im Körper entstehenden Schallzeichen - meist mit dem Stethoskop

B

  • Blasen-Scheiden-Fistel

    Unnatürliche Verbindung zwischen Scheide und Blase, die entsteht, wenn bei einem Geburtsstillstand der kindliche Kopf gegen das Becken der Schwangeren drückt. Das Gewebe stirbt ab und hinterlässt eine Verbindung zwischen Scheide und Blase. Der Urin kann dann nicht mehr kontrolliert werden.

  • Blut-Hirnschranke

    selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, die die Nervenzellen des Zentralen Nervensystems vor schädlichen Stoffen schützt.

  • Bluttransfusion

    Übertragung/Infusion von Blutbestandteilen oder Vollblut von einem Blutspender auf einen Empfänger

  • Bronchitis

    Infektion der Bronchien, die sich durch Husten äußert

  • Buruli-Ulkus

    Der Erreger ist wie bei Tuberkulose und Lepra ein Mycobakterium, durch das sich eine Art Geschwür unter oder auf der Haut bildet. Die Infektion zerstört Haut und Knochengewebe. Die Geschwüre müssen chirurgisch entfernt werden. Wegen ihrer Größe kann es zu Amputationen kommen.

C

  • Chagas

    In Lateinamerika übertragen blutsaugende Raubwanzen, die in den Wänden der dort verbreiteten Lehm- und Strohhütten leben, die Chagas-Krankheit. Diese bleibt oft jahrelang ohne Symptome, kann aber unbehandelt zu lebensbedrohlichen Herzkomplikationen führen.

  • Cholera

    Schwere, lebensgefährliche Durchfallerkrankung, die durch Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Unbehandelt führt sie bei bis zu 40 Prozent der Fälle zum Tod. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Wasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Infizierten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer speziellen Rehydrationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. So kann die Sterblichkeit meist auf unter ein Prozent gesenkt werden.

  • Cholera-Kit

    Speziell von Ärzte ohne Grenzen zusammengestellte Versorgungseinheit, die alles enthält, was zur Behandlung von Cholera-Patienten gebraucht wird.

D

  • Dehydratation

    Flüssigkeitsverlust des Körpers durch gesteigerte Wasserabgabe über die Nieren, den Magen-Darm-Trakt, die Lunge oder die Haut, der zum Versagen lebenswichtiger Organe führen kann.

  • Delirium

    Bewusstseins-, Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen mit motorischer Unruhe

  • Dengue-Fieber

    Durch Mücken übertragene Krankheit, die hauptsächlich in städtischen Ballungsgebieten Asiens und Lateinamerikas auftritt. Weltweit gibt es geschätzt mehr als 50 Millionen Fälle. Schwere Verlaufsformen können insbesondere bei Kindern tödlich verlaufen. Eine ursächliche Behandlung gegen das Dengue-Virus steht nicht zur Verfügung, nur die Symptome wie hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen können gelindert werden. Allein das Vermeiden von Mückenstichen bietet Schutz vor einer Erkrankung.

  • Desinfektion

    Abtötung, Reduzierung bzw. Entfernung von krankheitserregenden Mikroorganismen wie Bakterien und Viren

  • Diarrhoe

    Durchfall

  • DIC

    disseminierte intravasale Gerinnung: Blutgerinnungsstörung. Ausgelöst durch verschiedene Krankheiten kann es zu einer Aktivierung des Gerinnungssystems kommen, wobei sich Mikrothromben in den Blutgefäßen bilden. Infolge des massiven Verbrauchs an Gerinnungsfaktoren kommt es zu inneren Blutungen.

  • Dysenterie

    Ruhr: blutige Durchfälle, die durch Amöben oder Bakterien (z.B. Shigellen) ausgelöst werden.

E

  • Ebola

    Hoch ansteckende Viruserkrankung, die durch Körperflüssigkeiten übertragen wird und meist tödlich verläuft. Symptome sind u. a. hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Eine Impfung gegen das Ebola-Virus existiert nicht, Patienten müssen isoliert und Kontaktpersonen überwacht werden.

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    Weitere Informationen zu Ebola

  • Elektrolyte

    Lebensnotwendige Mineralstoffe (z.B. Natrium, Kalium, Magnesium)

  • Empirie

    durch Erfahrung gewonnene Erkenntnisse

  • Endemie

    ständiges Vorkommen einer Krankheit innerhalb eines geographisch begrenzten Gebietes

  • Enzephalitis

    Entzündung des Gehirns, die durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden kann.

  • Epidemie

    gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.

  • Epidemiologie

    Wissenschaftszweig, der sich mit dem Auftreten und der Verbreitung von übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten befasst.

  • Ernährungszentrum

    Einrichtung, in der mangelernährte Kinder stationär oder ambulant betreut werden. Besonders Kleinkinder unter fünf Jahren tragen oft langfristigen und mitunter lebensbedrohlichen Schaden davon, wenn sie über einen längeren Zeitraum mit Nährstoffen unterversorgt sind: Das Wachstum und die Entwicklung verzögern sich, die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Unterschreitet ein Kind 75 Prozent seines größenentsprechenden Sollgewichtes oder misst der Oberarm im Durchmesser weniger als 115 mm, gilt ein Kind als schwer mangelernährt. In den Ernährungszentren bekommen die Kinder kalorienreiche Milch oder eine spezielle Erdnusspaste, die lebenswichtige Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine enthält. Nach einem Monat haben die meisten von ihnen 80 Prozent ihres größenentsprechenden Sollgewichts erreicht.

G

  • Gasaustausch

    Übergang von Sauerstoff ins Blut bzw. von Kohlendioxid aus dem Blut in die Lungenalveolen

  • Geburtsfistel

    Unnatürliche Verbindung zwischen Blase und Scheide, die entstehen kann, wenn bei einem Geburtsstillstand der kindliche Kopf gegen das Becken der Mütter drückt. Das Gewebe stirbt ab und hinterlässt eine bleibende Öffnung, durch die Urin unkontrolliert austreten kann.

  • Generika

    So genannte Nachahmermedikamente, die dieselben Wirkstoffe enthalten wie patentgeschützte, aber meist teurere Originalpräparate. Besonders in Indien, das als „Apotheke der Armen“ gilt, können Generika-Hersteller lebenswichtige Medikamente zu erschwinglichen Preisen herstellen und verkaufen. Davon profitieren auch und vor allem Organisationen wie ärzte ohne grenzen: Mehr als 80 Prozent der HIV-Medikamente für unsere rund 220.000 Patienten in ärmeren Ländern stammen aus Indien.

  • Gesundheitszentrum

    Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen unter anderem in Flüchtlingslagern: Einrichtung, in der Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst- und Grundversorgung erhalten. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet.

  • Globaler Fonds

    Internationale Institution zur Finanzierung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Gegründet wurde er im Jahr 2002, bis Ende 2007 hat er 8,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Der Großteil der Summe stammt von der G8-Gruppe, in der die sieben reichsten Industrienationen sowie Russland zusammengeschlossen sind.

  • Glukoseinfusion

    Infusion einer Zuckerlösung

H

  • HIV/Aids

    Ist eine Immunschwächekrankheit, die durch das HI-Virus verursacht wird. Weltweit sind mehr als 33 Millionen Menschen infiziert. Zwei Drittel aller HIV-Infizierten leben in Afrika, südlich der Sahara. HIV/Aids zählt neben Tuberkulose, Malaria, Lungenentzündung und infektiösen Durchfallerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in ärmeren Ländern. Die Therapie ist zweigleisig: Um die Vermehrung der Viren zu hemmen, werden anti retrovirale Medikamente eingesetzt. Treten aufgrund des geschwächten Immunsystems zusätzliche Krankheiten (opportunistische Infektion) auf, werden diese gezielt behandelt.

  • Hyperglykämie

    Überzuckerung des Blutes: Zuckergehalt des Blutserums beträgt über 6,7mmol/l (120mg/dl), z.B. bei Diabetes mellitus.

  • Hypoglykämie

    Verminderung des Blutzuckers: Zuckergehalt liegt unter 2,8 mmol/l, ausgelöst z.B. durch Hunger, Medikamente oder insulinproduzierende Tumore

  • Hypothermie

    Unterkühlung, Absinken der Körpertemperatur unter 37°C

  • Hämolyse

    Abbau der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)

I

  • Immunität

    Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit krankheitserregenden Mikroorganismen

  • Immunsystem

    Abwehrsystem des Körpers

  • Impfkampagne

    Besteht die Gefahr einer Epidemie, beispielsweise durch Masern oder Meningitis, wird die Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet geimpft, um weitere Ansteckungen mit der Krankheit zu verhindern. Jede geimpfte Person wird registriert und erhält einen Impfpass. Oft werden bei einer Kampagne mehrere Zehntausend Menschen erreicht.

  • Impfung

    Erzeugung einer Immunität zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Aktive Immunisierung: Durch die Gabe von abgeschwächten Krankheitserregern wird der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen die jeweiligen Erreger angeregt. Passive Immunisierung: Gabe von Antikörpern (Immunglobulinpräparaten).

  • Infektionskrankheit

    Krankheit, die durch das Eindringen und die Vermehrung von Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten ausgelöst wird.

  • Infusion

    (lat. infundere: hineinfließen) Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist in eine Vene

  • Injektion

    meist schnelles Einspritzen von gelösten Substanzen in den Körper. Die Injektion kann in einen Muskel (i.m.), in eine Vene (i.v.) unter die Haut (s.c.) oder seltener auch in eine Arterie (i.a.) erfolgen.

  • Inkubationszeit

    Zeit, die zwischen der Ansteckung mit einem bestimmten Erreger und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen liegt.

  • Intramuskuläre Injektion

    Injektion in den Muskel

K

  • Kala Azar

    Gefährlichste Form der Infektionskrankheit Leishmaniose, die durch eine Sandfliege übertragen wird. Kala Azar greift das Immunsystem an und kann tödlich verlaufen. Obwohl weltweit rund 500.000 Menschen jährlich betroffen sind, ist die Krankheit in den Industrieländern weitgehend unbekannt.

  • Kapillaren

    kleinste Blutgefäße an der Schnittstelle von arteriellem und venösen System

  • Koma

    schwerste Form der Bewusstlosigkeit, bei der der Patient durch äußere Reize nicht mehr zu wecken ist.

  • Konjunktivitis

    Augenbindehautentzündung, die z.B. durch Infektionen oder chemisch-physikalische Reize ausgelöst wird.

  • Kontagiosität

    die Ansteckungskraft eines Erregers

  • Kontamination

    Verunreinigung, Verschmutzung, Verseuchung von Gegenständen und Personen durch biologische oder chemische Substanzen

  • Kurzinfusion

    (lat.: infundere: hineinfließen) schnelles Einbringen von Flüssigkeiten meist in das venöse System des Körpers

  • Kutane Leishmaniose

    Hauterkrankung, die durch Protozoen der Gattung Leishmania ausgelöst wird. kutane Form: die Haut betreffend

  • Kwashiorkor

    Form der Unterernährung, die mit Wassereinlagerungen am ganzen Körper einhergeht.

L

  • Latenzzeit

    Zeit, in dem sich der Erreger schon im Organismus befindet, aber noch keine klinischen Symptome hervorruft, d.h. die Zeit, in der die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.

  • Latrine

    Plumpsklo

  • Letalität

    Maß für die Tödlichkeit einer bestimmten Krankheit. Die Letalität gibt das Verhältnis der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen zur Anzahl neuer Fälle an.

  • Liquor

    Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt.

  • Logistik

    Planung und Organisation aller Aufgaben, die zur Durchführung der Projekte notwendig sind.

  • Lymphknoten

    Linsen- bis bohnengroße Organe, die in die Strombahn der Lymphgefäße eingebettet sind und einen Teil des Immunsystems bilden.

M

  • Makrophagen

    Abwehrzellen, die zur Abtötung, Speicherung und Elimination von Mikroorganismen (Bakterien etc.) fähig sind.

  • Malaria

    Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 215 Millionen Menschen an Malaria. Nach ersten grippeähnlichen Symptomen kommt es im weiteren Krankheitsverlauf zu charakteristischen Fieberschüben; unbehandelt kann sich eine schwere Form ausbilden, die Organschäden verursacht. Ärzte ohne Grenzen hat in vielen Ländern als erste Organisation einen zuverlässigen Schnelltest zur Diagnose eingesetzt und behandelt Patienten mit Kombinationspräparaten, die unter anderem auf dem Wirkstoff Artemisinin basieren.

  • Marasmus

    Form der Unterernährung, die mit einer schweren Abmagerung des Körpers einhergeht.

  • Masern

    Die Krankheit zählt in ärmeren Ländern bei Kindern zu den häufigsten Todesursachen. Besteht die Gefahr einer Masern-Epidemie, führt Ärzte ohne Grenzen in dem betroffenen Gebiet flächendeckende Impfkampagnen durch. Der Impfstoff muss während des Transports ununterbrochen gekühlt werden.

  • Masernenzephalitis

    Entzündung des Gehirns, die durch eine Maserninfektion ausgelöst wird.

  • Massenimpfung

    Gleichzeitige Impfung einer großen Anzahl von Menschen mit dem Ziel, eine Epidemie einzudämmern oder zu verhindern.

  • Meningitis

    Durch unterschiedliche Bakterien oder Viren ausgelöste Hirnhautentzündung. Besonders gefährlich ist die Infektion mit Meningokokken-Bakterien. Im so genannten „Meningitis-Gürtel“ zwischen Senegal und Äthiopien kommt es regelmäßig zu Meningitis-Epidemien. Ärzte ohne Grenzen führt dagegen Impfkampagnen durch – seit dafür ein neuer Impfstoff (siehe Seite 31) angewendet werden kann, wurden diese Kampagnen wesentlich effektiver und nachhaltiger.

  • Mikroorganismus

    Kleinlebewesen wie z.B. Bakterien, Viren, Pilze

  • Mobile Klinik

    Kleinste und flexibelste Form der Gesundheitsversorgung. Vor allem in unwegsamen, entlegenen oder schwach bevölkerten Gebieten werden Menschen so medizinisch betreut. Das Team, bestehend aus zwei bis vier Ärzten oder Krankenpflegern und einem Logistiker, erreicht die entlegenen Regionen mit dem Jeep, Boot oder Esel, führt dort Untersuchungen durch und gibt Medikamente aus. Wenn nötig, organisiert das mobile Team den Transport eines Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus.

  • Morbidität

    Begriff aus der Demografie und Epidemiologie, der wichtige Indikatoren für ein Eingreifen von Ärzte ohne Grenzen darstellt. Die Morbidität bezeichnet die Häufigkeit einer Krankheit in einer Bevölkerung, unterteilt wird dabei in Prävalenz (bereits Erkrankte) und Inzidenz (neu Erkrankte).

  • Mortalität

    Begriff aus der Demografie und Epidemiologie, der wichtige Indikatoren für ein Eingreifen von Ärzte ohne Grenzen darstellt. Mehr als ein Todesfall pro 10.000 Menschen pro Tag signalisiert eine akute Notfallsituation, der fünffache Wert definiert eine extreme Notfallsituation.

  • Multiorganversagen

    Gleichzeitig oder rasch aufeinanderfolgendes Versagen von zwei oder mehreren vitalen Organfunktionen (z.B. akutes Lungenversagen und akutes Nierenversagen. Kann z.B. durch Sepsis, Schock, Polytrauma oder Vergiftung ausgelöst werden

N

  • Nährstoffbedarf

    Nährstoffmenge, die für eine optimale Gesundheits- und Leistungsfähigkeit benötigt wird.

O

P

  • Pandemie

    Ausbreitung einer Infektionskrankheit über die Grenzen von Kontinenten und Ländern hinweg; z.B. Aids.

  • Parasiten

    Schmarotzer: Lebewesen, die teilweise oder vollständig auf Kosten anderer Organismen leben.

  • Pathogenese

    Krankheitsentstehung

  • Physiotherapie

    Krankengymnastik

  • Pneumonie

    Lungenentzündung

  • Prophylaxe

    Verhütung und Vorbeugung von Krankheiten

  • Protein-Energie-Mangelsyndrom

    Unterernährung. Es existieren zwei Hauptformen der Unterernährung: Marasmus und Kwashiorkor. Häufig treten auch Mischformen auf

  • Psychologische Hilfe

    Hilfe zur Bewältigung psychischer Traumata, zum Beispiel nach Naturkatastrophen oder in Kriegsgebieten. Gespräche werden oft in Gruppen durchgeführt und von ausgebildeten Beratern begleitet. Sie sind an die jeweiligen kulturellen und sozialen Bedingungen angepasst.

R

  • Reservoir

    Organismus, der Parasiten oder ihre Entwicklungsstadien beherbergt.

  • Resistenz

    Eingeschränkte oder fehlende Sensitivität von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten, die dadurch ihre Wirksamkeit verlieren. Resistenzen bilden sich, wenn Medikamente nicht vorschriftsmäßig oder über sehr lange Zeiträume eingenommen werden. Multiresistente und extrem multiresistente Formen einer Erkrankung sind besonders schwer oder gar nicht mehr behandelbar, etwa bei Tuberkulose.

  • Rezidivierend

    Wiederkehrend

S

  • Schlafkrankheit

    Die Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) wird durch die Tsetse-Fliege übertragen und führt ohne Behandlung zum Tod. Im Endstadium schädigen die Parasiten das zentrale Nervensystem, was zu Schlafstörungen, Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus, Verhaltensänderungen, geistiger Verwirrung und schließlich zum Tod führt.

  • Schock

    fortschreitendes generalisiertes Kreislaufversagen

  • Sekundärinfektion

    Zweitinfektion, die zur einer bereits bestehenden Infektion hinzukommt, wobei die erste Infektion die zweite begünstigt.

  • Sepsis

    Blutvergiftung. Sie tritt auf, wenn sich die Erreger von einem Infektionsherd aus über das gesamte Blutsystem verteilen.

  • Stethoskop

    Instrument, das zum Abhören bestimmter Organe (z.B. Herz, Lunge) benutzt wird.

T

  • T-Lymphozyten

    T-Zellen: weiße Blutkörperchen, die Teil des Abwehrsystems sind

  • Teerstuhl

    schwärzlich gefärbter, teerartig-klebriger Stuhl bei Blutungen aus dem oberen Magen-Darm-Trakt. Die Verfärbung entsteht vor allem durch den Abbau des Blutfarbstoffs.

  • Therapeutische Fertignahrung

    Gebrauchsfertige, sehr kalorienreiche Nahrung mit wichtigen Zusatzstoffen wie Vitaminen und Mineralien zur Behandlung mangelernährter Kinder. Da man die Fertignahrung im Gegensatz zu Spezialmilch oder Brei nicht zubereiten muss, können auch schwer mangelernährte Kinder ambulant behandelt werden.

  • Toxin

    Gift

  • Triage

    Triage ist ein wichtiges Prinzip bei der Patientenaufnahme, das zum Ziel hat, schnellstmöglich die richtige Behandlung zu ermitteln und eine Reihenfolge der Patienten nach Dringlichkeit festzulegen. Anlass zur Triage können plötzliche Andränge von Verletzten aufgrund von Katastrophen, Kriegen oder Unfällen sein. Ärzte ohne Grenzen führt beispielsweise in Libyen Triage-Trainings durch. Das Ziel der Trainings ist, möglichst gut auf viele Patienten vorbereitet zu sein und nach richtigen Prioritäten handeln zu können.

  • Trinkwasser

    Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

  • Tröpfcheninfektion

    Übertragung einer Krankheit durch kleinste Tropfen, die Erreger enthalten und von bereits Infizierten z.B. beim Husten und Niesen ausgestoßen werden

  • Tuberkulose

    Weltweit verbreitete und hoch infektöse Krankheit, die durch Mykobakterien verursacht wird. Häufig tritt sie zusammen mit der Immunschwächekrankheit HIV auf. Jährlich erkranken rund neun Millionen Menschen an Tuberkulose, mehr als 500.000 an einer multiresistenten Form. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente resistent, was die Behandlung erschwert. Die Heilungsrate liegt etwa bei 60 Prozent, die Kosten für die langwierige Behandlung betragen viele Tausend Euro.

  • Témoignage

    Das Berichten über die Situation in den Projekten gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben.

V

  • Vektorkontrolle

    Viele Krankheiten werden von Mücken (z.B.Malaria) oder Wanzen (Chagas) übertragen. Verhindert man den Kontakt von Insekten und Menschen, kann damit auch die Ausbreitung eingedämmt werden. Maßnahmen wie die Verteilung von Insektennetzen oder die Anwendung von Insektenspray werden als Vektorkontrolle zusammengefasst.

  • Virus

    Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.

  • viszerale Form

    die inneren Organe betreffend

  • Viszerale Leishmaniose

    Kala Azar: Krankheitsbild, das durch Protozoen der Gattung Leishmania ausgelöst wird.

  • Vitaminsubstitution

    künstlicher Ersatz lebenswichtiger Vitamine

  • Volumenmangelschock

    fortschreitendes Kreislaufversagen aufgrund großer Flüssigkeitsverluste

X

  • Xerophthalmie

    Augenerkrankung, die durch Vitamin-A Mangel verursacht wird und zur Erblindung führen kann. Sie kommt bei Kindern bis zu sechs Jahren vor.

Z

  • Zerebrale Malaria

    Komplikation der durch Plasmodium falciparum ausgelösten Malaria tropica. Der Befall des Gehirns kann zum Koma und raschem Tod führen.