In libyschen Lagern: Helfen durch Zuhören

Wenn man aber erstmal anfängt, dann findet man Möglichkeiten zu helfen. Auch ganz kleine Dinge konnten so viel bewegen.

Libysche Internierungslager für Geflüchtete und Migrant*innen sind Orte voller Verzweiflung und Gefahren. Unsere Psychotherapeutin Kristin Pelzer erklärt, wie man unter solchen Bedingungen trotzdem psychosoziale Hilfe für die Menschen hinter Gittern leisten kann.

Libyen ist seit Jahren eine Zwischenstation für Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Sie hoffen, über Nordafrika den Weg an einen sicheren Ort zu finden, wo sie Asyl beantragen können. Immer wieder aber greift die libysche Küstenwache die Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer auf und bringt sie widerrechtlich zurück ins unsichere Libyen. Dort angekommen, erwartet viele Migrant*innen und Geflüchtete keine Rettung, sondern ein Aufenthalt in einem Internierungslager. In diesen werden Migrant*innen und Geflüchtete oft wahllos und ohne rechtliche Grundlage festgehalten. Die Lebensbedingungen sind katastrophal.

Unsere Psychologin Kristin Pelzer versuchte monatelang, den Menschen hinter Gittern zu helfen. Das war mit vielen Rückschlägen und Enttäuschungen verbunden, denn ihren größten Wunsch – die Freiheit – konnte Kristin den Menschen nicht erfüllen. Dennoch hatte sie das Gefühl, in kleinen Schritten Verbesserungen bewirken zu können – und die Menschen zumindest dabei zu unterstützen, den schwierigen Alltag in den Internierungslagern besser zu ertragen.

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Kristin Pelzer arbeitet seit 2017 für Ärzte ohne Grenzen. Von April 2019 bis Februar 2020 hat die Psychotherapeutin aus Mannheim in Libyen in mehreren Internierungslagern für Migrant*innen und Geflüchtete psychosoziale Hilfe geleistet. In Libyen entdeckte sie die befreiende Kraft des gemeinsamen Weinens als neue Ressource. Ihr Einsatz in Libyen war bereits ihr dritter. Zuvor war sie bereits im Irak und Syrien für Ärzte ohne Grenzen unterwegs. Aktuell arbeitet Kristin Pelzer in Liberia in einem unserer Projekte, das sich um Menschen mit psychologischen Problemen und Epilepsie kümmert.

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