Irak

Neu renovierte Intensivstation in Krankenhaus im Nordirak eröffnet

Unsere Mitarbeiter versorgen einen Patienten in der neuen Intensivstation.

Das Sulaymaniyah-Unfallkrankenhaus im Norden des Irak ist die einzige medizinische Einrichtung in der gesamten Provinz Sulaymaniyah und dem Umland, in der auch chirurgische Hilfe für akute Notfälle angeboten wird. Am 10. November wurde nun offiziell die neu renovierte Intensivstation des Krankenhauses eröffnet. Die Station mit zehn Betten beinhaltet auch zwei Betten in einem eigenen Isolationsraum für die Betreuung von Hochrisiko-Patienten und -Patientinnen.

„Diese Einrichtung ist sehr wichtig für die Menschen in Sulaymaniyah und den benachbarten Regionen. Es ist das Haupt-Referenzkrankenhaus für Schwerkranke und Schwerverletzte. Wir sind sehr glücklich darüber, die neu renovierte Intensivstation eröffnen zu können“, so Jonathan Henry, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Irak.

Das Unfallkrankenhaus ist das einzige chirurgische Traumazentrum in der gesamten Provinz. Hier werden alle Menschen mit akutem medizinischem oder chirurgischem Bedarf versorgt. Von Januar bis September 2016 wurden in der Notaufnahme des Krankenhauses mehr als 25.000 Menschen aufgenommen, davon wurden 250 Patienten und Patientinnen in der Intensivstation betreut. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Menschen im Einzugsgebiet stark angestiegen. Derzeit sind es mehr als 2,5 Millionen, nachdem viele Vertriebene aus den benachbarten Konfliktgebieten hier Schutz suchen.

Verbesserung der Intensiv- und Notversorgung

Ärzte ohne Grenzen ist seit Januar 2016 im Sulaymaniyah-Unfallkrankenhaus aktiv. Ziel der Aktivitäten ist, die Qualität der Versorgung sowohl auf der Intensivstation als auch in der Notaufnahme zu verbessern, um die Sterberate der Patienten und Patientinnen zu senken. Dies wird durch Verbesserungen in der Patientenversorgung und durch Renovierungsarbeiten in den Räumlichkeiten selbst gewährleistet.

Die erneuerte Intensivstation ist seit vergangenem Donnerstag im Betrieb und wurde am 10. November offiziell eröffnet. Die Station besitzt eine Kapazität von zehn Betten, darunter zwei Betten in einem Isolationsraum zur Infektionskontrolle.

Professionelle Hilfe für Unfallopfer und Kriegsverletzte

„Bei den Patienten und Patientinnen, die not- und intensivversorgt werden, handelt es sich sowohl um Menschen der ansässigen Bevölkerung als auch um Vertriebene. Wir betreuen viele Opfer von Verkehrsunfällen und häuslichen Unfällen sowie Kriegsverletzte. Das Sulaymaniyah- Unfallkrankenhaus versorgt auch Menschen die aus anderer Regionen überwiesen werden, unter anderem aus den Provinzen Kirkuk, Ninewa und Dyiala. Ärzte ohne Grenzen versucht, allen Patienten und Patientinnen eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung anzubieten“, erklärt Jonathan Henry.

Das medizinische Team von Ärzte ohne Grenzen besteht aus vier Fachkräften. Je ein Arzt und eine Pflegefachkraft sind in der Notaufnahme und der Intensivstation tätig. Sie arbeiten mit dem Personal der Gesundheitsdirektion von Sulaymaniyah zusammen. Zur Verbesserung der Betreuungsqualität bringt unser Team vor allem klinische Expertise in Form von theoretischen als auch durch praktische Schulungen ein. Dazu zählen Einführungsprogramme für Pflege- und medizinisches Personal, die Einführung von Standards, Protokollen und Richtlinien für die sichere not- und intensivmedizinische Versorgung und die Implementierung von Regeln zur Infektionskontrolle. Im Bedarfsfall bzw. wenn die Bestände im Krankenhaus aufgebraucht sind, stellt Ärzte ohne Grenzen auch Medikamente und medizinische Ausrüstung zur Verfügung.

Ärzte ohne Grenzen ist mit Unterbrechungen seit 1991 im Irak tätig. Derzeit sind mehr als 700 irakische und internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Hilfsprogrammen in insgesamt zwölf Regierungsprovinzen im Einsatz. Um die Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der Hilfe zu gewährleisten, akzeptiert Ärzte ohne Grenzen keinerlei staatlichen Gelder für die Hilfe im Irak. Die Aktivitäten werden ausschließlich aus weltweiten privaten Spenden finanziert.